{"id":1248,"date":"2012-05-16T15:41:34","date_gmt":"2012-05-16T15:41:34","guid":{"rendered":"http:\/\/mormonengeschichte-de.de.elds.org\/?p=1248"},"modified":"2014-04-18T06:37:41","modified_gmt":"2014-04-18T06:37:41","slug":"heinz-grzan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.elds.org\/mormonengeschichte-de\/1248\/heinz-grzan","title":{"rendered":"Heinz Grzan"},"content":{"rendered":"<p><strong>Weimar, Th\u00fcringen<\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/de.elds.org\/mormonengeschichte-de\/files\/2012\/05\/Heinz-Grzan1.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1249\" title=\"Heinz-Grzan\" alt=\"Mormon Deutsch Heinz Grzan\" src=\"http:\/\/de.elds.org\/mormonengeschichte-de\/files\/2012\/05\/Heinz-Grzan1-223x300.jpg\" width=\"223\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/de.elds.org\/mormonengeschichte-de\/files\/2012\/05\/Heinz-Grzan1-223x300.jpg 223w, https:\/\/de.elds.org\/mormonengeschichte-de\/files\/2012\/05\/Heinz-Grzan1.jpg 273w\" sizes=\"(max-width: 223px) 100vw, 223px\" \/><\/a>Ich bin Heinz Grzan<\/strong>, geboren bin ich am 27. M\u00e4rz 1922 in Weimar. Am 18 Okt 1952 habe ich in Bremen Ingeborg Dechmann geborene Jacobi geheiratet. Sie ist am 15. Dez 1920 in Hettstedt geboren und am 18. April 2000 in Bremen gestorben. Unserer Kinder: Tochter Renate Dechmann (aus erster Ehe meiner Frau) geboren am 10.September.1942. Helmut ist am 29.April 1956 in Bremen geboren und Manfred am 30. Januar.1958 in Bremen geboren. Am 4. Februar 2002 eine zweite Tempelehe mit Heidemarie Rostkowski. Heute bin ich 87 Jahre alt und geistig noch rege, allerdings k\u00f6rperlich abgebaut und kann nur noch selten die Gemeinde besuchen.<\/p>\n<p>Die Kirche kennen gelernt hatten meine erste Frau und ich 1960. Am 23 April 1961 haben wir uns entschieden, getauft und konfirmiert zu werden mit Frau und Kinder (Renate, Helmut und Manfred). 17 Februar 1963 vom Missionspr\u00e4sidenten L. Garrett Myers, bin ich zum \u00c4ltesten ordiniert. Am 5 Oktober 1975 sind wir als Familie (Vater, Mutter, Helmut und Manfred) im Schweizer Tempel gesiegelt worden. Helmut erf\u00fcllte er eine Mission in der Schweiz, 1975-77 und Manfred hat ebenfalls eine Mission in der Schweiz erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Fast 25 Jahre diente ich als Gemeindesekret\u00e4r und zwischenzeitlich Ratgeber im Kollegium und Kollegiumspr\u00e4sident gewesen. Von 1936 bis 1939 erlernte ich den Beruf als Buchh\u00e4ndler in Weimar<!--more--><\/p>\n<p>Im Folgenden berichte ich, wie ich den Krieg und sein Ende erlebte. Anfang Mai 1940 wurde ich Soldat bei der Panzerwaffe und nahm am Russlandfeldzug teil. Ich war Funker in einem Panzer und habe an der Ostfront die ber\u00fcchtigte Panzerschlacht bei Orel mitgemacht. Vieles musste in diesem Bericht aus Platzgr\u00fcnden leider ausgelassen werden.<\/p>\n<p>10. Januar 1943: Vor zwei Jahren wurde an diesem Tag das deutsch-russische B\u00fcndnis erneuert und wie sieht es damit heute aus? Was war dieses B\u00fcndnis wert? Krieg mit Russland seit \u00fcber anderthalb Jahren und noch kein Ende abzusehen, nachdem man erst geglaubt hatte, es w\u00fcrde auch nur ein Blitzkrieg von l\u00e4ngstens acht Wochen Dauer sein. Im Januar 1943. wird der deutsche Belagerungsring um Leningrad von den Russen durchbrochen und die deutsche 6. Armee in Stalingrad kapituliert. Gefangen genommen wurden ein General-Feldmarschall und 16 Gener\u00e4le plus die Mannschaften. Eisiges Schweigen herrscht nach dieser schwerwiegenden Mitteilung im Raum. Ein unsagbar dumpfes Gef\u00fchl ist in mir, denn der Fall von Stalingrad ist ein entsetzlicher Schlag f\u00fcr meinen Glauben an den Sieg unserer Waffen. Immerhin hatte Hitler in dieser Beziehung anders gesprochen und bisher hatten wir auf dem Schlachtfeld noch keine ganze Armee auf einen Schlag verloren.<\/p>\n<p>Das Datum unseres Abmarsches ist Anfang Mai 1943, um zur Fronttruppe zur\u00fcckzukehren. Mit dem Zug fahren wir durch eine waldreiche Strecke nach Orel. Dort warten wir vor dem Bahnhof auf die Fahrzeuge, die uns hier abholen sollen. Mit einiger Ersch\u00fctterung sehe ich, dass hier ein Galgen aufgerichtet worden ist, der jedenfalls vor einem Jahr hier noch nicht stand. Wie viele Menschen mochten hier wohl zu Tode gekommen sein, weil sie, vielleicht, einen unserer Kameraden sinnlos ermordet hatten? Wir waren doch nach Russland gekommen, um diesen Menschen zu helfen! Endlich ist es so weit. Die Fahrzeuge kommen und wir k\u00f6nnen gute, alte Kameraden begr\u00fc\u00dfen. Dann m\u00fcssen wir vor dem unbekannten Chef, Oberleutnant M\u00fcller. Er begr\u00fc\u00dft uns alte Kompanieangeh\u00f6rige noch mal gesondert mit Handschlag und meint: &#8222;Euch brauche ich ja nichts weiter zu sagen. Ihr seid hier ja schon Zuhause.&#8220; Das ist ein wahres Wort. Dann kommt Oberfeldwebel Nevoigt, reicht mir die Hand zur Begr\u00fc\u00dfung und zieht mich in ein l\u00e4ngeres Gespr\u00e4ch. W\u00e4hrend diesem fasse ich den Entschluss, dass ich Offizier werden will und diesen Mann zum Kommandanten haben m\u00f6chte oder keinen.<\/p>\n<p>Sonnabend, 3. Juli 1943. Heute ist Abmarschtag. Es ist, als w\u00fcrden jetzt alle Kr\u00e4fte gesammelt f\u00fcr einen gro\u00dfen Sturm, der endlich auch den Sieg f\u00fcr unsere Waffen bringen muss. Am Montag, den 5. Juli 1943 in der Morgend\u00e4mmerung gehe ich mit Fritz auf Wache. Es sieht so aus, als solle es heute ein hei\u00dfer Tag werden und das nicht nur durch das Wetter. Wenn diese Offensive erfolgreich ist und es uns gelingt, den Feind in die Zange zu nehmen, ihn einzukesseln, um sein Material zu erbeuten oder zu vernichten, so verspricht uns der F\u00fchrerbefehl als Lohn den Sieg \u00fcber die Rote Armee, dem dann der Endsieg zweifellos folgen werde. Am Schluss des Tagesbefehles steht der gro\u00dfartige Satz: &#8222;Siegen oder sterben!&#8220; \u00dcber uns fliegen Stukageschwader in Richtung Front und wir k\u00f6nnen, mit unseren Ferngl\u00e4sern, beobachten, wie sie \u00fcber der feindlichen Linie kreisen und dann im heulenden Sturzflug ihre Bomben fallen lassen und damit den Kampf unserer tapferen Infanterie wirksam unterst\u00fctzen und allgemein wird \u00fcber die Lage bekannt, dass der Angriff z\u00fcgig vorangeht. Dann aber kommt der Krieg wirklich. Und so pl\u00f6tzlich und unerwartet, dass bald alles andere, was wir an Sch\u00f6nem und B\u00f6sem erlebten, hinter uns zur\u00fcckbleibt. &#8222;Achtung! Minen!&#8220; Diese Warnung steht rechts unserer Vormarschstra\u00dfe, auf der auch Infanterie mit uns vorgeht. Weggeworfene Waffen und Ger\u00e4te liegen verstreut am Weg umher.<\/p>\n<p>Wir fahren weiter. Dabei kommen wir an tief ausgegrabenen russischen Sch\u00fctzengr\u00e4ben vorbei, die angeblich Stalingradk\u00e4mpfer ausgebaut haben sollen, wenn wir richtig h\u00f6rten, da M\u00e4nner geflohen sein sollten und auch, gl\u00fccklicherweise, unsere Stellungen erreichten. Entsetzlich sollen diese M\u00e4nner ausgesehen haben und sie wurden rasch ins r\u00fcckw\u00e4rtige Gebiet gebracht. Keiner durfte mit ihnen sprechen und sie durften auch nichts sagen. Warum? Das bleibt unbekannt. Dann Luken dicht. Die vielen schweren Panzermotoren brummen auf und wir rollen los, treten endg\u00fcltig an zur vielleicht gro\u00dfen und mit entscheidender Schlacht, wie es der F\u00fchrer in seinem Tagesbefehl sagte. Aber wohin rollen wir? Wahrscheinlich \u00fcberrollen wir im Augenblick gerade die vorderste Linie unserer eigenen Infanterie. Noch immer f\u00e4llt kein Schuss. Pl\u00f6tzlich scheint es aber los zugehen. Maschinengewehr Feuer prasselt. Dazwischen das dumpfe Dr\u00f6hnen schwerer Waffen. Unsere Panzer schie\u00dfen und der Feind schie\u00dft zur\u00fcck. Demnach befinden wir uns mitten in einem Gefecht Panzer gegen Panzer. Ab und zu prasselt es au\u00dfen an unsere Bordwand. Und hier und da ist ein scharfer Knall h\u00f6rbar der vielleicht von einem Panzerb\u00fcchsengescho\u00df stammt. Angespannt blicke ich durch die Optik, stelle sie so scharf wie nur m\u00f6glich ein. Im Kopfh\u00f6rer vernehme ich die Anweisungen des Chefs, h\u00f6re aber auch R\u00f6cheln und so manches, was das Herz schwer macht. Kameraden in Not und im Augenblick kann ihnen kaum geholfen werden. Unterdessen h\u00f6re ich, dass Fritz unser Rohr auf einen T 34 ausrichtet und mein Herz klopft. Wird er es schaffen? Rrumms! Das Gescho\u00df f\u00e4hrt aus, so dass unseren Kampfwagen nach r\u00fcckw\u00e4rts gerissen wird durch den heftigen R\u00fccksto\u00df. Der erste scharfe Kanonenschuss, den ich im Gefecht aus der schweren Langrohr-KWK [Kampfwagonkanone] erlebe. &#8222;Er brennt!&#8220; Fritz schreit es im Bordfunk und ich starre durch meine Optik, sehe auch Flammen aus einem feindlichen Panzer schlagen. Der erste Schuss sa\u00df demnach und ein T 34 ist erledigt. Mit ihm wahrscheinlich auch die vier Mann der Besatzung. Soweit ich mit der Optik sehen kann, erblicke ich brennende russische Panzer.<\/p>\n<p>Und dann kann ich wieder mein MG auf russische Infanterie richten, die ihre Kampfwagen begleiteten. Diesmal habe ich besseres Schussfeld um sie zu erledigen. Trotzdem st\u00f6ren mich hin und wieder die Weizen\u00e4hren im Schussfeld. Da erreicht uns eine Warnung, dass so genannte Molotow-Cocktails von russischen Infanteristen an unsere Kampfwagen herangetragen werden. W\u00e4hrend es drau\u00dfen heftig rummst und schie\u00dft, br\u00fcllt oben im Turm der Oberfeldwebel. Ein Russe muss sich an unseren Wagen herangeschlichen haben. Dann h\u00f6re ich \u00fcber den Bordfunk merkw\u00fcrdige Ger\u00e4usche beim Kommandanten, der wahrscheinlich irgendeine drohende Gefahr abzuwenden versucht. Fritz ruft irgendetwas, das ist aber nicht zu verstehen. Da durchzieht auch schon m\u00e4chtiger Qualm den Kampfraum und nimmt mir fast den Atem. Ich \u00f6ffne meine Einsteigluke etwas, damit frische Luft eindringt und f\u00fcr einen kurzen Augenblick hilft das auch. Aber auf die Dauer n\u00fctzt es nicht viel. Als ich mich um blicke, bin ich ganz allein in dem stehenden Kampfwagen. Keiner der Kameraden hatte etwas gesagt oder ich habe nichts verstanden. So werfe ich meine Luke ganz zur\u00fcck und ziehe mich rasch hoch und klettere hinaus aus dem f\u00fcrchterlichen Qualm im Kampfraum. Heftiges Feuer ringsum. Das knallt und schie\u00dft, als sei die H\u00f6lle los und Geschosse pfeifen mir um die Ohren. Ob es die Russen auf mich abgesehen haben?<\/p>\n<p>Ich habe aber nur den einen Gedanken, den neben unserem Kampfwagen stehenden Panzer zu erreichen, der sich kameradschaftlich an unsere Seite gestellt hat und das ganze Drama bei uns beobachtet haben mag. Wie ich es geschafft habe, das wei\u00df ich hinterher nicht mehr so genau. Vom eigenen Panzer springe ich herunter, sehe nur fl\u00fcchtig, dass feuernde Panzer herumstehen, dass die Sonne hell scheint, kann aber Freund und Feind, wie \u00fcberhaupt irgendwelche Einzelheiten nicht unterscheiden. Dann laufe ich rasch die wenigen Meter zu dem 5-cm-Wagen hin\u00fcber [5 cm PaK 38 Fahrgestell Panzer II], , halte mich an der Manteleinfassung des Funker-MGs fest \u2013 ein Wunder, dass der nicht hei\u00df ist und dass der Funker im Augenblick nicht schie\u00dft, stelle ich sp\u00e4ter fest, als alles schon vor\u00fcber ist \u2013 ziehe mich hoch. Der Ladesch\u00fctze hat seine Luke bereits ge\u00f6ffnet und ich quetsche mich zu den anderen Kameraden hinein. Es ist Bernhardts Kampf-Wagen, der uns aufnimmt. Kaum bin ich drin, setzt der Fahrer den Wagen zur\u00fcck und wir werden aus der Gefechtszone gebracht. An einem kleinen Teich verlassen wir den Wagen der Kameraden, die wieder zum Gefechtsfeld zur\u00fcckfahren, von wo dumpf der L\u00e4rm der furchtbaren Schlacht dr\u00f6hnt.<\/p>\n<p>Ein Infanteriefahrzeug liegt in Tr\u00fcmmern da. Die Pferdeleichen liegen halb im Wasser. Spuren des grausamen Krieges liegen verstreut umher. Auch ein paar tote Russen liegen am Boden. Ein Sanit\u00e4tswagen nimmt Verwundete auf. Auf einer Bahre wird einer unserer Kompaniekameraden verladen. Der Sani (Sanit\u00e4ter) sagt, wir sollten besser nicht mit ihm sprechen, es w\u00e4re besser so. Es geht auf Leben und Tod des Kameraden und ob wir ihn jemals wieder sehen w\u00fcrden, das sei fraglich. Der Krieg fordert seine Opfer. Vielleicht kommt auch einmal f\u00fcr uns die Stunde, wo wir nicht das heutige Gl\u00fcck haben und bereit sein m\u00fcssen, den Weg ins Dunkle f\u00fcr eine hellere Zukunft unseres Vaterlandes zu gehen. So ist nun einmal das Leben des Kriegers. Zu Fu\u00df machen wir uns auf den R\u00fcckweg zur Ausgangsstellung. Hierbei kommen wir an verlassenen russischen Sch\u00fctzengr\u00e4ben entlang. Ein feindlicher Tiefflieger bel\u00e4stigt uns mit seinen Bordwaffen, so dass wir in einem Sch\u00fctzengraben schnellstens Deckung nehmen m\u00fcssen. Dann laufen wir weiter. Teilnahmsvoll und mit herzlicher W\u00e4rme werden wir im Kreis der Kameraden aufgenommen. Man reicht uns Zigaretten und wir rauchen, um zur Ruhe zu kommen. Viel wird nicht gefragt oder gesprochen. Die Kameraden wissen, was da vorn los ist.<\/p>\n<p>Donnerstag, 8. Juli 1943: Wir versuchen gerade das eine MG einzuschie\u00dfen, da greifen russische J\u00e4ger die Werkstatt an. Im Tiefflug jagen die Burschen \u00fcber uns hinweg, so dass wir sogar den Piloten deutlich in seinem Sitz erkennen k\u00f6nnen. Leider kommen wir mit unserem MG nicht rechtzeitig in Schu\u00dfposition. Noch einmal fliegen die Burschen mit ungeheurem Schneid an. Ganz flach kommen sie \u00fcber den Baumspitzen des Waldes angefegt und rasen auf das Dorf zu und dar\u00fcber hinweg. Der Flak gelingt es, einen der beiden J\u00e4ger abzuschie\u00dfen, der steil abst\u00fcrzt und unweit der H\u00fctten liegen bleibt und in Flammen aufgeht. Mit unserem kampfbereiten Wagen fahren wir am n\u00e4chsten Tag ans Ende des Dorfes, wo die Kompanie, auseinander gezogen, auf einem Feld bereit steht. Hauptfeldwebel Vieze ruft uns alle zusammen und fragt, wer seine drei Angriffe f\u00fcr das Panzerturm-Abzeichen gefahren habe. Ich melde mich, da ich ja noch von 1941 im 2-cm-Wagen zwei gez\u00e4hlte Angriffe &#8222;gut&#8220; habe, wie mir Helmut damals sagte. Das erkl\u00e4re ich auch dem Spie\u00df. Hinter der Scheune grummelt es, als wenn heftiges Artilleriefeuer im Gange w\u00e4re. Auch kreisen Flieger \u00fcber uns und dunkle Rauchwolken steigen auf. Vermutlich ist die Front noch nicht mal sehr weit entfernt. Die Nacht verbringen wir in unseren Kampfwagen und abwechselnd wird Wache gestanden.<\/p>\n<p>Sonnabend, 10. Juli 1943: Am Morgen kommt der Funkmeister zu mir. Ich h\u00e4tte doch zu Oberfeldwebel Nevoigt in den Kampfwagen gewollt. Da nun Unteroffizier M\u00fcller zum Chef in den Wagen als Cheffunker m\u00fcsse, solle ich als Zugf\u00fchrerfunker zum Oberfeldwebel, ganz meinem Wunsch entsprechend. Dar\u00fcber freue ich mich nat\u00fcrlich riesig. Schnell flitze ich los und eile, im Laufschritt, zu meinem bisherigen Kampfwagen, sage Oberfeldwebel Zamezal, dass ich umsteigen m\u00fcsse. Packe mein Sachen zusammen, um damit zum anderen Wagen zu gehen. Bei Oberfeldwebel Nevoigt melde ich mich als dessen neuer Funker und richte mich auf meinem neuen Platz entsprechend ein.<\/p>\n<p>Donnerstag, 15. Juli 1943: Russische Offensive gegen das Gebiet von Orel. In den fr\u00fchen Morgenstunden rollen wir an einem ausgefallenen &#8222;Tiger&#8220; Panzer vorbei und stellen uns, weit auseinander gezogen, in Bereitstellung auf. Vor uns ist eine H\u00f6he, hinter der etwa 10 Tigerpanzer aufgefahren sind. Versorgungsfahrzeuge rollen von hinten an die &#8222;Tiger&#8220; heran und versorgen sie \u2013 angesichts des Feindes \u2013 mit Benzin und Munition. Ein Wunder, dass der Russe hier nichts unternimmt. Mir ist ein wenig flau in der Magengegend, denn nun wird es wieder einmal recht ernst. Auch dem jungen Ladesch\u00fctzen scheint es nicht gut zu sein, und als der Befehl zum Angriff kommt, meint der Oberfeld, der unsere Nervosit\u00e4t wohl bemerkt haben mag: &#8222;Ruhig, ruhig, nicht fickrig werden.&#8220; Und das beruhigt merkw\u00fcrdigerweise schlagartig. Ich schlie\u00dfe meine Luke, aus der heraus ich mich bisher umgesehen habe, dann rollen wir \u00fcber die H\u00f6he zu einem Einsatz. \u00dcber die H\u00f6he kommen wir ohne gro\u00dfe Schwierigkeiten hinweg, denn vor uns fahren die &#8222;Dicken&#8220; und r\u00e4umen beim Iwan \u2013 sehr zu unserer Freude und Erleichterung \u2013 gr\u00fcndlich auf. Wir \u00fcberrollen die russischen Linien und fahren umher, die sich uns entgegenstellenden feindlichen Panzer abzuschie\u00dfen und der Infanterie des Feindes das Leben recht sauer zu machen.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag fahren wir erneut ins Gefecht, greifen russische Infanterie und Panzer an und vernichten sie. Im Dunkeln setzen wir uns, nach schwerem Gefecht, ab und jagen in rascher Fahrt zur\u00fcck. Hinter uns rummst es und die ganze Front scheint zu brennen. Scheinbar endlos jagen wir durch die Nacht und treffen auf zahllose Truppen, die sich scheinbar ebenfalls zur\u00fcckziehen. Sogar die kleinen &#8222;Maik\u00e4fer&#8220; oder wie sie sonst genannt werden, sehen wir. Wer wei\u00df, wo sie die feindlichen Panzer in die Luft jagen sollen mit ihrer ferngesteuerten Sprengladung. Irgendwo ziehen wir, mitten in der Nacht, umher und Bomben sausen herab, dass einem das Herz still zustehen droht. Wir kommen nicht zur Ruhe und gerade noch knapp in unseren Kampfwagen hinein, hinter dem eine Bombe in den Boden rast. Unser Ladesch\u00fctze ist v\u00f6llig aufgel\u00f6st und aufgeregt und der Oberfeld spricht beruhigende Worte zu ihm. In solchen Augenblicken wirkt er wie ein guter Vater der seinen Sohn tr\u00f6sten m\u00f6chte. Der Rest der so aufregenden Nacht vergeht halbwegs ruhig und ungest\u00f6rt durch weitere Luftangriffe.<\/p>\n<p>Zwei Tage sp\u00e4ter vernehme ich durch den Funk etwas von heftiger Gefechtst\u00e4tigkeit. Endlich scheint unser Auftrag erf\u00fcllt zu sein und wir setzen uns vom Feind ab. Stehen dann irgendwo stundenlang unt\u00e4tig herum. Diese Zeit nutze ich, wie ich es schon immer getan habe, und schreibe. Drau\u00dfen rummst es heftig von Artillerieeinschl\u00e4gen, die zwischen unseren Panzern liegen. Am Sonntag, den 18. Juli 1943 rollen wir mit unserem Kampfwagen nach vorn in die HKL (Heeres-Kampf-Linie). Dort herrscht Ruhe. Unsere Infanterie sehen wir nicht. Vor uns befindet sich ein lang gestreckter Wald. Da soll der Russe drin sein. Eigene J\u00e4ger fegen \u00fcber die russischen Linien hinweg und jagen ein paar Feuerst\u00f6\u00dfe nach unten. Pl\u00f6tzlich schl\u00e4gt vor uns eine Panzergranate ein. Rrumms!! machte es. Der Richtsch\u00fctze meint, dass da dr\u00fcben zwei T 34 stehen, von denen uns einer unter Feuer nimmt. Aber der Oberfeld ist stur. Er bleibt stehen. Rrumms !! Ein neuer Einschlag. Diesmal etwas n\u00e4her. Noch immer r\u00fchrt sich der Oberfeld deshalb nicht. Noch ein dritter Einschlag und endlich der vierte sitzt uns genau auf dem Bug vorn drauf. Ohne zu z\u00f6gern schaltet der Fahrer den R\u00fcckw\u00e4rtsgang ein, setzt, auf Kommando des Oberfeld, in eine Mulde zur\u00fcck und wir booten aus, den Schaden zu besehen. Es ist nicht viel passiert, zu unserem eigenen Gl\u00fcck. Also rein in den Wagen. Aus der Deckung heraus wird der T 34 anvisiert und mit zwei Schuss ist er erledigt. Ansonsten werden wir an diesem Tag nicht weiter gebraucht. Ein regelrechter Ruhetag an der Front.<\/p>\n<p>Dienstag, 20. Juli 1943: Als ich aufwache und von meinem Funkersitz hinauf auf das Heck klettere ruft uns unsere harte Pflicht. Wir rollen wieder ins Gefecht. Eigene Infanterie begleitet uns und wir schie\u00dfen gleich einen russischen Panzer ab. Im Bordfunk h\u00f6re ich den Oberfeld Anweisungen an den Richtsch\u00fctzen geben, der im Augenblick ein bisschen aufgeregt zu sein scheint. &#8222;Da, beim Haus, da steht einer!&#8220; schreit der Fahrer und weist, wie ich sehen kann, durch seine Luke in eine f\u00fcr mich unbestimmte Richtung. Durch die Optik sehe ich einen T 34 sich an eine Hauswand dr\u00fccken. Vor uns befindet sich ein Tal, in dem Infanterie und Panzer herum wimmeln. Unser Turm dreht sich und die Kanone schie\u00dft. &#8222;Wumm!&#8220; Das gibt einen heftigen Ruck durch den ganzen Panzer. Drau\u00dfen aber rummst und knallt es nicht minder. Auf unseren Panzerungen prallen Geschosse ab. Leichtere Infanteriegeschosse sind zu unterscheiden und dann die schweren Geschosse der russischen Panzerb\u00fcchsen. Neben meinem Kopf ist davon sowieso schon au\u00dfen ein tiefes Loch davon in der Panzerung. In der Dunkelheit setzen wir uns endlich vom Feind ab und kehren in die Ausgangsstellung zur\u00fcck. Ich erinnere mich noch dunkel daran, dass wir irgendwo in einem Tal unter B\u00fcschen und an einem Bach standen. Ich war am Lesen und die russische Artillerie schoss dazu. In solchen Situationen habe ich sogar manchmal geschrieben.<\/p>\n<p>Freitag, 23. Juli 1943: W\u00e4hrend an unserem Kampfwagen noch repariert wird, beobachten wir pl\u00f6tzlich unsere Infanterie bei fluchtartigem R\u00fcckzug. Junge, Junge, was mag da blo\u00df los sein? Ein Geschrei erhebt sich: &#8222;Valentin-Panzer!&#8220; Das sollen schwerste russische Panzerkampfwagen aus amerikanischen Lieferungen sein, gegen die wir schwer ankommen k\u00f6nnen. Was machen wir nun hier? Der Oberfeld, wie gewohnt, l\u00e4sst sich nicht aus der Ruhe bringen und er hat recht damit. W\u00e4hrend noch die wilde, fluchtartige Rennerei der Infanterie im Gange ist, brausen pl\u00f6tzlich Panzerkameraden einer anderen Division durch das Dorf nach vorn, wo unsere eigenen Kameraden im Kampf stehen. Die Lage wird bereinigt.<\/p>\n<p>Sonntag, 25. Juli 1943. Wir rollen durch einen Wald in die Bereitstellung. Der Richtsch\u00fctze br\u00fcllt etwas von &#8222;Valentin-Panzer!&#8220; und mir wird ganz komisch zumute. Es ist ein hei\u00dfes Gefecht, aus dem wir gl\u00fccklich und heil wieder herauskommen. In einem Kornfeld versammelt uns der Kommandeur um sich und h\u00e4lt eine gro\u00dfe Rede. Er spricht vom guten Einsatz der Kampfstaffel und davon, dass tapfer weiter gek\u00e4mpft werden m\u00fcsse und spricht von der Verteilung von Auszeichnungen und dergleichen mehr. Ich selbst habe ja nur die Ostmedaille f\u00fcr den langen Winterkampf 1941\/42 und jetzt berechtigten Anspruch auf das Panzersturmabzeichen. Dann hei\u00dft es wieder aufsitzen und wir rollen weiter.<\/p>\n<p>Sonnabend, 31. Juli 1943. Wie in jeder Nacht, wieder wachend auf unseren Panzern gehockt, die Maschinenpistole schussbereit in der Hand, ist nun endlich vor\u00fcber und der neue Tag k\u00fcndet sein Kommen an, da erhalten wir Befehl, aufzusitzen und los zu fahren. Endlich ist es so weit. Ich schaue aus meiner offenen Luke heraus. Es ist anzunehmen, dass ernstlich etwas los ist. Der Russe war in den letzten Tagen schon gewaltig am Dr\u00fccken, so dass wir uns wiederholt absetzen mussten. &#8222;Luken dicht!&#8220; Jetzt wird es ernst. Drau\u00dfen rummst es von schweren Absch\u00fcssen und Einschl\u00e4gen. Pl\u00f6tzlich gibt Oberleutnant M\u00fcller eine Warnung durch: &#8222;Nevoigt! \u2013 Achtung!! \u2013 200 m Pak! [Panzerabwehr-Kanone]&#8220;Der Chef ist noch nicht fertig mit seinem offenen Warnruf, da gibt es auch schon einen heftigen Schlag und sogleich herrscht Totenstille im Wagen.<\/p>\n<p>Merkw\u00fcrdigerweise bin ich diesmal, im Gegensatz zum ersten Gefechtstag am 6. Juli, sehr ruhig. Hinter mir h\u00f6re ich, wie eilig ausgebootet wird. Ich stelle die Funkger\u00e4te ab. Neben mir jammert der Fahrer, er k\u00f6nne nicht raus, man m\u00f6ge ihm doch helfen. Scheinbar kann er seine Luke infolge der Drehung des Turmes nicht \u00f6ffnen. So klettere ich in den Kampfraum zur\u00fcck, um die Seitenrichtmachine zu bedienen. Als ich an der Kurbel drehe, rinnt mir warmes Blut \u00fcber die Hand. Jetzt erst bemerke ich den toten Richtsch\u00fctzen, der, wie eine Puppe, grau vom Dreck und Pulverdampf, leblos auf seinem Sitz hockt. Das schwere Pakgescho\u00df muss den nun toten Kameraden direkt durch die Walzenblende, in der ein gro\u00dfes Loch ist, in den Kopf getroffen haben. Es ist mir, als h\u00f6rte ich das Blut aus seinem K\u00f6rper pl\u00e4tschern, kann mich aber auch irren, denn v\u00f6llig klar konnte ich, trotz aller innerer Ruhe \u2013 oder war das nur Selbstt\u00e4uschung? \u2013 die Dinge und Geschehnisse um mich herum nicht erfassen, nicht einmal denken tat ich, was doch sonst meine Lieblingsbesch\u00e4ftigung war. Inzwischen hatte sich der Fahrer vorn befreien und selbst aus eigener Kraft ausbooten k\u00f6nnen. So klettere ich durch die Seitenluke des Ladesch\u00fctzen und richte mich hoch auf, um mich umzusehen. Sp\u00e4ter erst kam mir mein Leichtsinn in diesem Augenblick zu Bewusstsein. Von der feindlichen Pak, die uns sicher abgeschossen hat, kann ich nichts erkennen.<\/p>\n<p>Ich sehe nur, dass hinter uns in einer Linie unsere Panzer aufgefahren sind und aus allen Rohren ein wildes Feuer abgeben. Allem Anschein nachgeben sie uns damit Feuerschutz. Merkw\u00fcrdig \u00fcberhaupt, dass uns die russische Pak keinen zweiten Schuss in den Panzer jagte. Noch sp\u00e4ter, als ich endlich dar\u00fcber nachdenken konnte, wunderte ich mich, dass nicht einmal auf mich selbst, als ich oben auf dem Panzer Zielscheibe stand, geschossen wurde. Gl\u00fcck des Soldaten, gewiss, aber das lange Verweilen im Panzer \u2013 oder schien das nur so? \u2013 das dem Fahrer helfen wollen und das Umsehen hoch oben auf dem Panzer, wenn es sicher auch nicht allzu lange dauerte, mehr wie Leichtsinn war, jedoch immerhin von dem Hilfsdienst gegen\u00fcber dem verwundeten Kameraden abgesehen. Dieser Leichtsinn h\u00e4tte mir glatt das Leben kosten k\u00f6nnen. Vielleicht aber verhinderte das heftige Feuer der Kameraden eine Gegenwehr der Russen und sch\u00fctzte uns alle, die wir in unserem Panzer 121 noch mit dem Leben davon kamen. Nachdem ich abgesprungen bin, finde ich hinterm Panzer die drei lebenden Kameraden hocken, die scheinbar auf mich gewartet haben. Wir setzen uns von unserem angeschlagenen Panzer ab. Allerdings wei\u00df ich nicht mehr zu sagen, wie wir das gemacht und geschafft haben. Beschossen wurden wir vom Russen nicht, das wei\u00df ich sicher oder sollte ich das nicht bemerkt haben? Ein Sch\u00fctzenpanzer nimmt den schwer verwundeten Fahrer, vom Ladesch\u00fctzen gest\u00fctzt und den verwundeten Oberfeldwebel Nevoigt mit, den ich leider an diesem Tag zum letzten Mal in meinem Leben gesehen habe.<\/p>\n<p>Ich bleibe nun allein zur\u00fcck und laufe zwischen den Panzern umher, um irgendeinen zum Abschleppen unseres Kampfwagens zu finden. Ab und zu muss ich mich hinlegen, weil Artillerieeinschl\u00e4ge des Russen oder der schweren Granatwerfer zu nahe liegen. Auch muss ich darauf gefasst sein, aus dem Kornfeld, durch das ich laufen muss, pl\u00f6tzlich von Russen \u00fcberfallen zu werden, falls unsere Panzergrenadiere nicht gut mit dem Iwan aufger\u00e4umt haben sollten. Ich erhalte Weisung, ins Dorf zur\u00fcckzugehen und von dort eine Zugmaschine zu holen, die unseren Kampfwagen abschleppen soll. So verlasse ich das Kampffeld und bin nach kurzer Zeit scheinbar allein auf weiter Flur. Als ich in einer Mulde entlanggehe, treffe ich dort auf einen Trupp lagernder Infanteristen, die sicher nach vorn wollen. Man sagt mir noch, dass der Fahrer unseres Kampfwagens und Oberfeldwebel Nevoigt ins Lazarett gebracht worden sind, dann kann ich mit einer Zugmaschine nach vorn fahren. Wesentlich angenehmer, als die Fu\u00dflatscherei, obwohl die gro\u00dfe Zugmaschine ein Riesenziel bietet. Ich m\u00f6chte kein Infanterist sein.<\/p>\n<p>Sonntag, 1. August 1943: Werden wir das Grab von unserem Kameraden von der Kriegsmarine wiedersehen? Es sieht nicht danach aus, denn es werden schlimme Dinge berichtet. Der Russe geht vor und wir gehen zur\u00fcck. Soldatenfriedh\u00f6fe mussten dem Erdboden gleichgemacht werden, damit sich der Russe nicht an den toten Kameraden vergreifen kann. Endlos fahren wir \u00fcber das weite Land. Ich nehme das Fernglas zur Hand und sehe mich ein bisschen im Gel\u00e4nde um. Hier und da erblicke ich einen alten Kameraden auf seinem Panzer. Ich sehe, dass mich der Chef mit dem Glas beobachtet. Nun ja, ich will Offizier werden, da muss der Chef, dessen Wohlwollen ich wohltuend sp\u00fcre, schon ein Auge auf mich haben. Im Augenblick, obwohl wir vor einem neuen Gefecht stehen, f\u00fchle ich mich innerlich auch sehr ruhig. Ich habe mir dieses Schicksal selbst gew\u00e4hlt, indem ich freiwillig Soldat wurde, um dem Vaterland zu dienen. Nun muss ich dieses Schicksal auch tragen und hatte ich nicht vor zwei Jahren das Gef\u00fchl, dass mir nichts passieren k\u00f6nne? Allerdings habe ich trotzdem Angst vor einer Verwundung, die mich unf\u00e4hig machen w\u00fcrde, mein Lebensziel zu erreichen. Der Angriff beginnt und f\u00fchrt uns \u00fcber die H\u00f6he hinweg in die feindliche Linie hinein.<\/p>\n<p>Durch den Funk h\u00f6re ich von erheblichen Ausf\u00e4llen und Oberleutnant M\u00fcller l\u00e4sst uns zur\u00fccksetzen. Es scheint keinen Zweck zu haben. Im Funk vernehme ich, dass der weit hinter uns im Dorf befindliche Kommandeur unserem Chef erneut den Angriff befiehlt: &#8222;Nein, Herr Hauptmann, ich kann diesen Angriff nicht fahren. Wir haben eine zu starke Abwehr und verlieren dabei viele Panzer und Menschen.&#8220; So etwa sprach unser Chef. Aber der Kommandeur wird dringender: &#8222;Ich befehle Ihnen, anzugreifen, M\u00fcller!&#8220; &#8222;Ich will noch einmal dar\u00fcber nachdenken, Herr Hauptmann!&#8220; In der Stimme des Chefs schien mir ein Ton der Verachtung f\u00fcr den Mann zu liegen, der in dieser Stunde eigentlich bei uns hier vorn sein m\u00fcsste. Allerdings kenne ich die Gr\u00fcnde nicht und auf Redereien m\u00f6chte ich nichts geben. Es wird jedenfalls auf ihn geschimpft, da er auf das Ritterkreuz spekulieren soll. Damals, als er uns im Kornfeld zusammen rief und zu uns sprach, machte er eigentlich einen ganz sympathischen Eindruck. Aber man kann sich nat\u00fcrlich t\u00e4uschen, wenn man einen Menschen nicht richtig kennt. Unser Chef ist auf jeden Fall ein angenehmer Mensch, den wir wohl alle gern mochten. Gespannt warte ich ab und mit mir sicher alle, die dieses Gespr\u00e4ch im Funk mitverfolgen konnten. Irgendwie glaube ich sogar mein Herz st\u00e4rker klopfen zu sp\u00fcren, dass der mutigen Worte wegen f\u00fcr den Chef schl\u00e4gt, dem seine Vernunft, Blut und Material zu sparen, als Befehlsverweigerung ausgelegt werden und daher Kopf und Kragen kosten kann. Endlich kommt der zweifellos gut durchdachte Vorschlag von Oberleutnant M\u00fcller. Er meint, man m\u00f6ge zwei Pionierkompanien nach vorn schicken, die von der Seite die H\u00f6he mit angreifen sollen und eine Sch\u00fctzenkompanie dazu, dann k\u00f6nnte es m\u00f6glich sein, dass der Angriff gl\u00fcckt. Der Chef hat also, im Grunde genommen, doch gesiegt. Doch wurde auch dieser Angriff, wie alle anderen vorher, \u00e4u\u00dferst schwer vom Russen abgewehrt. Die Ereignisse \u00fcberst\u00fcrzen sich, denn ich wei\u00df den weiteren Verlauf dieses Gefechtes nicht mehr so genau. Ich wei\u00df nur noch, dass wir uns in der Abendd\u00e4mmerung, in rasender Fahrt vom Feind absetzten, der allem Anschein nach heftig nachdr\u00e4ngte. Dabei hatte ein Wagen das Pech, unterwegs h\u00e4ngen zu bleiben. Wir waren der ihm zun\u00e4chst befindliche Panzer und stellten uns in seiner N\u00e4he bereit, damit die Besatzung, nach einem etwa notwendigen Ausbooten, zu uns \u00fcberwechseln konnte. Hier war Feldwebel Horst von eiserner Ruhe, wie ich sie bei Oberfeldwebel Nevoigt erlebt hatte. Der Richtsch\u00fctze allerdings fing an nerv\u00f6s zu werden. Drau\u00dfen wurde es dunkel und die Russen waren, allem Anschein nach, bereits an den ausgefallenen Wagen heran gelangt und beschossen die um ihr Leben rennende Besatzung und unseren Wagen. Aber unser Kommandant blieb eisern stehen. Durch den Funk rief bereits der Chef nach uns, wir sollten doch endlich nachkommen und ich konnte ihm endlich die gute Botschaft durchgeben, dass die Besatzung gerettet ist und wir sofort nachkommen w\u00fcrden. Schwer keuchend st\u00fcrzten die ausgebooteten Kameraden durch die Seitenluken in unseren Kampfraum, der nun nat\u00fcrlich \u00fcberbesetzt und eng wurde und in rasender Fahrt st\u00fcrmten wir den vorauseilenden Kameraden nach. Hauptsache war, dass uns jetzt nichts passieren w\u00fcrde, nachdem wir die andere Besatzung und uns selbst buchst\u00e4blich in letzter Minute dem Russen entrissen hatten. Gl\u00fccklich gelangten wir nach einiger Zeit mit unseren geretteten Kameraden im Kreis der Kampfstaffel an.<\/p>\n<p>Wieder fahren wir nach vorn. Heftige russische Panzerabwehr schl\u00e4gt uns entgegen. Unsere Kanonen antworten. Von einer H\u00f6he links soll, wie ich durch den Funk h\u00f6re, ebenfalls eine russische Pak schie\u00dfen, die einfach nicht zu fassen ist mit unseren Waffen. Wie lange wir da herum kurvten, das wei\u00df ich nicht. Auf einmal gibt es einen heftigen Knall auf der Seite des Fahrers und unser Kampfwagen steht. Er ist nicht mehr zu bewegen. S\u00e4mtliche elektrischen Leitungen scheint der harte Aufschlag au\u00dfer Gefecht gesetzt zu haben. So eine Schweinerei! Wir booten rasch aus. Unsere Panzer stehen, verschieden aufgefahren, herum und schie\u00dfen aus allen Rohren, was das Zeug h\u00e4lt. Zun\u00e4chst springen wir auf der dem Feind abgewandten Seite hinter unseren Kampfwagen in Deckung, denn das schie\u00dft um uns, als seien wir in der H\u00f6lle oder die Welt ginge unter mit einem infernalischen L\u00e4rm. Dann suchen wir Deckung hinter einem Geb\u00fcsch und endlich ladet uns einer unserer Panzer vorne auf seinen Bug und bringt uns etwas weiter zur\u00fcck aus der Gefechtszone. Eigene tote Infanteristen liegen umher und sie sehen aus, als schliefen sie gerade ein bisschen friedlich im Gras. Mir wird bei ihrem Anblick im Moment ein wenig komisch. Vom Feind selbst kann ich nichts entdecken und die deckungslose Fahrt auf dem Panzerbug ist auch nicht gerade angenehm. Leicht kann uns ein Iwan da abknallen. Nachdem wir abgestiegen sind, machen wir beide, der Ladesch\u00fctze und ich, uns auf den Weg nach r\u00fcckw\u00e4rts, w\u00e4hrend die anderen drei in der N\u00e4he unseres Kampfwagens bleiben wollen.<\/p>\n<p>Montag, 16. August 1943. Beim Kaffee holen sagt einer zu mir, ob ich mir die Brust gewaschen h\u00e4tte. Alle, die Offizier werden wollten, m\u00fcssten heute Abend einen Sp\u00e4htrupp laufen. Das gefiel mir gar nicht. Schlie\u00dflich f\u00fchlte ich mich als Panzersoldat und nicht als Infanterist. Ich konnte mir aber nicht denken, was da los war, au\u00dfer, dass es sich um einen Scherz handeln konnte. Gegen Abend werde ich mit einer Reihe anderer Kameraden zum Chef befohlen und wir treten dann in drei Gliedern an. Oberleutnant M\u00fcller meldet uns dem ankommenden Kommandeur. Dann m\u00fcssen wir einzelnen Glieder den \u00fcblichen Abstand von Schritt voneinander nehmen. Die russische Artillerie schie\u00dft zu diesem Ereignis regelrecht Salut. Dazu bin ich selber platt, mir wird regelrecht hei\u00df ums Herz, denn es geschieht etwas, womit ich nie in meinem Leben gerechnet hatte. Seltsamerweise hatte ich daran keinen Gedanken verschwendet. Der Kommandeur heftet, nachdem er zuvor dem Chef das Eiserne Kreuz I verliehen hatte, mit meinen anderen Kameraden auch mir das Eiserne Kreuz II an die Brust, dr\u00fcckt mir kr\u00e4ftig die Hand und geht weiter. Auch Oberleutnant M\u00fcller geht von einem zum anderen und gibt jedem die Hand und begl\u00fcckw\u00fcnscht ihn zu dieser Tapferkeitsauszeichnung. Als er zu mir kommt, sagt er: &#8222;Machen Sie weiter so, in den n\u00e4chsten Tagen werde ich Sie dem Kommandeur vorstellen. Es geht mit Ihrer Offiziersbewerbung in Ordnung.&#8220; Ein kr\u00e4ftiger H\u00e4ndedruck und er geht weiter zum n\u00e4chsten Kameraden. In diesem Augenblick bin ich sehr gl\u00fccklich und hei\u00df durchstr\u00f6mt mich eine tiefe, innere Freude. Es wird alles gut gehen. Ich werde es schaffen, mein Ziel zu erreichen. Ich werde Offizier werden, eines Tages zu meinen alten Kameraden zur\u00fcckkehren und das alles wird mir gut tun, mir vorw\u00e4rts- und weiterhelfen, mir Mut machen, durchzuhalten, nicht nachzugeben. Ich werde dann, endlich, eine echte Aufgabe haben, wie ich sie mir ersehne. Eine Flasche macht die Runde, dann d\u00fcrfen wir wegtreten.<\/p>\n<p>(Bis zum Offizier hatte er es leider nie geschafft, weil er von einigen Vorgesetzten oft, trotz seiner Liebe und Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Menschen, schlecht beurteilt wurde. Mein Vater gab es irgendwann auf, sich darum zu bem\u00fchen. Er sah keinen Sinn mehr darin.)<\/p>\n<p>In der H\u00fctte will ich mich still zwischen meine Kameraden legen, da &#8222;faucht&#8220; mich Horst kameradschaftlich an, ob ich nicht w\u00fcsste, was sich geh\u00f6rt? Am Ton merke ich nat\u00fcrlich, dass es nicht so b\u00f6se gemeint ist und entsprechend melde ich: &#8222;Gefreiter Grzan meldet die Verleihung des Eiserne Kreuz II.&#8220; Die Kameraden dr\u00fccken mir herzlich die Hand und dann kann ich endlich unter meine Decken am Fu\u00dfboden verschwinden.<\/p>\n<p>Meine Hand bef\u00fchlt das kalte Metall des Eisernen Kreuzes am schwarzwei\u00dfroten Band, das mein Gro\u00dfvater im Weltkrieg erhielt und auch mein Vater und vielleicht gibt es noch Vorfahren von mir, die es seit 1815 f\u00fcr ihren tapferen Einsatz f\u00fcr das Vaterland erhielten. Nun habe ich es auch und ich hatte geglaubt, mein ewiges Pech w\u00fcrde mich ewig hinten anstehen lassen und wenn ich mich noch so m\u00fchte. Nun m\u00f6chte ich glauben, dass nach des Chefs Worten alles gut gehen wird. Dennoch empfinde ich keine rechte Freude. Es ist alles so schwer, viel zu schwer f\u00fcr mich, um v\u00f6llige Freude empfinden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>(Das Ende des Krieges erlebte Heinz Grzan ein Jahr sp\u00e4ter, wo er am 19. August 1944 in Frankreich &#8211; Normandie in englische Gefangenschaft geriet.) 1944 Irgendwo da vorn soll der Kessel noch in 500 m Breite offen sein. Dort m\u00fcssen wir durch. In die Freiheit? Wer wei\u00df das? Jeden Augenblick kann der Feind irgendwo auftauchen. Panzer und Sturmgesch\u00fctze fahren vor uns. Unter ihrem Schutz m\u00fcsste eigentlich der Durchbruch gelingen. Pl\u00f6tzlich knallt und schie\u00dft es vor uns. Erstaunt sehe ich die Besatzungen der Panzer und Sturmgesch\u00fctze, auch die M\u00e4nner hinter ihren Selbstfahrlafetten, ausbooten und davon rennen. &#8222;Feindliche Panzer!&#8220; Verdammt! Warum hauen die M\u00e4nner einfach ab? Ist das eine impulsive Nervenreaktion ohne ruhige \u00dcberlegung? Warum schie\u00dfen die Panzerleute nicht mit ihren schweren Kanonen auf den Feind? Warum k\u00e4mpfen sie nicht den Weg frei, wie wir es im Osten oft genug taten? Haben sie keine Munition oder wollen sie einfach nicht mehr? Verst\u00e4ndlich, dass ihnen ihr Leben wichtiger ist als sinnloser Widerstand. Ein furchtbares Chaos herrscht in k\u00fcrzester Zeit. Schnell sind wir vom Lkw runter. Leutnant Eichhorn und ich gehen nach vorn an den verlassenen Panzern entlang. Landser [Fu\u00dfsoldaten] schreien uns zu, wir m\u00f6chten zur\u00fcckgehen. Der Hohlweg vor uns ist von englischer Infanterie gesperrt. Es ist zwecklos, noch irgendetwas zu unternehmen. Die kampferprobten Kameraden fehlen und die richtige, sichere F\u00fchrung, diese Situation vielleicht doch noch zu meistern. Resigniert gehen wir wieder zur\u00fcck. Feindliche Granatwerfer schie\u00dfen. Etwa 3-4 Meter vor mir schl\u00e4gt ein Granatwerfergescho\u00df im Stra\u00dfengraben ein. Ssst, klatsch!! Um Haaresbreite saust an meinem rechten Ohr ein Splitter vorbei und schl\u00e4gt hart in das Schutzblech des Lkw hinter mir ein. Vorsicht ist l\u00e4ngst keine Feigheit und mit \u00dcberlegung gehandelt ist besser als leichtsinnig sein.<\/p>\n<p>Der Leutnant schl\u00e4gt vor, einer nach links ausweichenden Gruppe Soldaten zu folgen. Der gesamte Trupp ist vielleicht 30 Mann stark. Als wir einen Hohlweg entlanggehen, springen pl\u00f6tzlich ein paar Tommies \u00fcber den Weg. Es ist nicht ersichtlich, was sie eigentlich vorhaben. Geschossen wird nicht. Scheinbar Schockwirkung auf beiden Seiten. Wir haben wahrscheinlich die feindliche HKL [Hauptkampflinie] auf irgendeine geheimnisvolle Weise passiert. Aber wo sind wir jetzt? Im feindlichen Hinterland? Oder treffen wir auf deutsche Truppen au\u00dferhalb des Kessels?<\/p>\n<p>Wir biegen in einen Hohlweg ein. In so mancher heiklen Situation habe ich schon gesteckt. Aber diese hier kann ich selbst kaum meistern. Ein trauriges Bild der Hoffnungslosigkeit bieten mir meine &#8222;fremden&#8220; feldgrauen Kameraden. Sie lassen die K\u00f6pfe h\u00e4ngen, stieren, leeren Blickes, umher. Die Gesichter sind verstaubt, eingefallen von den Strapazen. Der Krieg hat seine Spuren tief eingegraben. Der Hunger wird sie alle qu\u00e4len, matt und mutlos machen. Ich finde kaum die Kraft zu ein paar ermutigenden Worten und f\u00fchle doch, dass ich den Kopf nicht verlieren darf im Interesse aller und des fernen Vaterlandes. Der Posten berichtet, dass sehr viel Infanterie sich auf der Stra\u00dfe bewegt. Gro\u00dfe Fahrzeugkolonnen und schwere Waffen dazu. Wir machen unsere Schusswaffen f\u00fcr jeden Fall schie\u00dfbereit. Allerdings wird Widerstand wenig Zweck haben und auch sinnlos sein bei der gro\u00dfen Feind\u00fcberlegenheit. Langsam vergehen die Stunden, unendlich langsam. Es regnet und mich fr\u00f6stelt. Langsam senkt sich die D\u00e4mmerung herab und mahnt uns zur Entscheidung. Die ist f\u00fcr uns sehr schwer. Es geht um das Vaterland, aber auch um 17 Menschenleben, die diesem Lande lebendig noch etwas n\u00fctzen k\u00f6nnen. Jetzt schauert es mich m\u00e4chtig zusammen. Die eisige K\u00e4lte kriecht mir f\u00f6rmlich den Leib hinauf.<\/p>\n<p>Der Oberleutnant kommt allein von der Seite. &#8222;Schlagt euch einzeln durch.&#8220; Mit diesen Worten ist er rasch verschwunden, statt bei uns zu bleiben und die F\u00fchrung zu \u00fcbernehmen. &#8222;Zur\u00fcck!&#8220; Einer fl\u00fcstert es und rasch gehen wir in den Hohlweg zur\u00fcck. Eifrig wird hin- und her debattiert. Die einen sind daf\u00fcr, sich zu ergeben. Andere, vor allem zwei oder drei junge SS-M\u00e4nner, wollen den Kampf. Jetzt ist aber keine Zeit f\u00fcr sinnlose Heldentaten. Es ist keine sch\u00f6ne Lage, in der wir uns befinden. Ein Kampf ist zwecklos und kostet nur unn\u00f6tige Opfer. Schlie\u00dflich sind Familienv\u00e4ter unter uns. Tot n\u00fctzt zudem keiner von uns dem Vaterland. Darum mahne ich die Kameraden zur Vernunft. Es geht ja nicht um mich. Ich denke an die M\u00fctter, Frauen und Kinder, Br\u00e4ute und M\u00e4dchen meiner fremden Kameraden, von denen sie doch mit Sehnsucht lebend und gesund zur\u00fcck erwartet werden. Ich denke auch an das Vaterland, das uns nach dem Krieg braucht, um alles wieder ins rechte Geleis zu bringen. Darum mahne ich zur Vernunft und rate von einem sinnlosen Kampf ab, mag es mir auch den Ruf eines Feiglings einbringen. Wer aber tr\u00e4gt die wei\u00dfe Fahne? Keiner will es tun. Jeder der Kerle hat Angst voraus zu gehen. Der vorherige Heldenmut mit todbringenden Waffen ist vergessen. Es f\u00e4llt mir \u00e4u\u00dferst schwer, aber ich nehme den Stock mit dem ekelhaften wei\u00dfen Lappen in die Hand, gehe voraus, langsam, z\u00f6gernd. Mir ist verdammt mulmig zumute bei dieser gemeinen Erniedrigung. Ausgerechnet mir muss das passieren. Aber mir bleibt auch nichts erspart im Leben und Gott mag wissen warum. Als ich, klopfenden Herzens, um die Ecke biege, stehe ich pl\u00f6tzlich vor einer gro\u00dfen Gestalt. Zwei Pistolen sind schussbereit auf mich gerichtet. Pfui Teufel! Das ist kein sch\u00f6ner Empfang.<\/p>\n<p>&#8222;H\u00e4nde hoch, weitergehen&#8220;, sagt der feindliche Soldat in halbwegs gutem Deutsch. Mit fast l\u00e4cherlich anmutender Vorsicht, die Pistolen hochhaltend, tritt er zur Seite. Langsam gehen wir weiter. Ein Pfiff und neue bewaffnete M\u00e4nner tauchen auf. Das kommt mir alles so l\u00e4cherlich vor, wie die ihre Gewehre auf uns waffenlose Landser richten. Aber die fremden M\u00e4nner sind anst\u00e4ndig und freundlich und tun auch nur das, was sie in dieser Situation tun m\u00fcssen. Bei uns war das ja nicht anders. Einige der in deren Diensten stehenden Polen kommen zu uns heran, unterhalten sich mit uns auf Deutsch. Sie waren meistens ein- bis anderthalb Jahre in deutscher Kriegsgefangenschaft nach dem Polenfeldzug 1939 und es war ihnen dort gut gegangen. Es tut wohl, das zu h\u00f6ren. Schlie\u00dflich wird es den M\u00e4nnern verboten, sich mit uns zu unterhalten und sie ziehen sich zur\u00fcck, wie es scheint, recht widerwillig. &#8222;Und jetzt ein paar Handgranaten zwischen uns.&#8220; Einer aus unserer Mitte l\u00e4sst diese Worte laut genug fallen. Da f\u00e4hrt ihn einer der Polen heftig an, sie w\u00e4ren Soldaten und keine Banditen, im \u00dcbrigen w\u00e4ren sie in deutscher Kriegsgefangenschaft \u00e4u\u00dferst anst\u00e4ndig behandelt worden von den deutschen Soldaten und dasselbe gedenken sie auch mit uns zu tun. Sie bedauern nur, dass sie uns lediglich nur Wasser und nichts zu essen geben k\u00f6nnen. Etwas anderes haben sie leider augenblicklich nicht da. Schlie\u00dflich werden wir in einen engen Raum gef\u00fchrt, wohl ein Stall, wo es doch etwas w\u00e4rmer ist, als im Freien. An Schlaf ist aber trotzdem nicht zu denken. Wahrscheinlich sind die Nerven noch zu stark angespannt.<\/p>\n<p>Sonntag, 18. August 1946: Wir machen alles zum Umzug des Gefangenenlagers fertig. Mit den beladenen Lkws fahren wir hinaus zum Schloss Hohenfeld, unserem neuen Quartier. Etwa 5-7 km von M\u00fcnster entfernt. Vor zwei Jahren geriet ich an diesem Tag in Frankreich am fr\u00fchen Morgen in britische Gefangenschaft. Wann werde ich endlich wieder ganz frei sein d\u00fcrfen?<\/p>\n<p>Donnerstag, 2. Januar 1947: Es ist zwei Uhr, als ich mich endlich niederlege. Wird mir das Neue Jahr nun endlich Freiheit, Arbeit, Heimat und Heim bringen? Ich bitte das allm\u00e4chtige Schicksal, das so g\u00fctig \u00fcber meinem Leben waltete, innigste darum. Lange, lange liege ich noch wach. Ich habe Sehnsucht, Sehnsucht nach dem, was mir in meinem Leben bisher fehlte. Ich habe Sehnsucht nach ein wenig Liebe, Z\u00e4rtlichkeit, nach inniger, weiblicher G\u00fcte nur allein f\u00fcr mich bestimmt. Ach ja, das Leben ist allein und ohne Liebe so hart und schwer, so leer, so furchtbar leer. Nach dem Wecken vergeht der Tag wie immer. Ich habe viel zu schreiben bis zum sp\u00e4ten Abend.<\/p>\n<p>Mittwoch, 6. August 1947: Nach dem stundenlangen Abschiednehmen von den Kameraden dreier Gefangenschaftsjahre bis sp\u00e4t in die Nacht hinein, habe ich nur noch wenige Stunden geruht, um dann, noch im Dunklen, die Kaserne f\u00fcr immer zu verlassen. Trotz der Freude, nun endlich, nach mehr als sieben Jahren, wieder frei zu sein, tat es mir im Herzen weh, als ich davon gehe mit dem Wissen, nie mehr hierher zur\u00fcckkehren zu m\u00fcssen. Der Morgen ist warm und von den Bl\u00fcten der B\u00e4ume duftet es wunderbar nach endlicher Freiheit. Das lange Abschiednehmen hatte mir gezeigt, dass es viele waren, die mir alles Gute w\u00fcnschten und mich vielleicht doch mehr in ihr Herz geschlossen hatten, als ich glaubte. Die Abfahrt ging von M\u00fcnster \u00fcber Hagen nach Eiserfeld.<\/p>\n<p>Mittwoch, 1. Oktober 1947: Heute ist mein erster Arbeitstag in der Chamotte-Fabrik. Es schien mir keinen Sinn mehr zu haben, auf die Erf\u00fcllung von Illusionen \u2013 oder leeren Versprechungen? \u2013 zu warten und es erschien mir besser, wenn ich mir durch Arbeit endlich meinen Lebensunterhalt selbst verdiente, statt anderen auf der Tasche zu liegen.<\/p>\n<p>Freitag, 26. Januar 1951: Tour Niederschelden. Mit Frau Dechmann f\u00fchre ich ein dreist\u00fcndiges Gespr\u00e4ch. Sie f\u00fchlt sich sehr ungl\u00fccklich. Erledige die Resttour. Fahre nach Eiserfeld und schreibe. An diesem Tag lernten sich meine Mutter, Frau Dechmann, (Name aus erster Ehe) und mein Vater kennen. Meine Mutter war ungl\u00fccklich verheiratet.<\/p>\n<p>Sonnabend, 3. Februar 1951: 1630 Uhr &#8211; Ingeborg Dechmann, Niederschelden, Bahnhofstra\u00dfe 23. \u2013 Karnevalstanzabend mit Inge. Das soll heute ein froher Tag f\u00fcr mich werden und ich bin voll freudiggespannter Erwartung und w\u00fcnsche mir bald die Stunde herbei, wo ich mit Inge ins Kino zur Stadt fahren kann. Am 18. Mai 1951 sind wir nach Bremen gezogen. Und am Sonnabend, den 18. Oktober 1952 haben wir in Bremen geheiratet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weimar, Th\u00fcringen Ich bin Heinz Grzan, geboren bin ich am 27. M\u00e4rz 1922 in Weimar. Am 18 Okt 1952 habe ich in Bremen Ingeborg Dechmann geborene Jacobi geheiratet. Sie ist am 15. Dez 1920 in Hettstedt geboren und am 18. April 2000 in Bremen gestorben. 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