{"id":331,"date":"2011-11-08T18:55:14","date_gmt":"2011-11-08T18:55:14","guid":{"rendered":"http:\/\/mormonengeschichte-de.de.elds.org\/?p=331"},"modified":"2014-04-11T09:23:43","modified_gmt":"2014-04-11T09:23:43","slug":"gerhard-paul-fritz-unverricht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/de.elds.org\/mormonengeschichte-de\/331\/gerhard-paul-fritz-unverricht","title":{"rendered":"Gerhard Paul Fritz Unverricht"},"content":{"rendered":"<p><strong>Schenkenberg, Landkreis Uckermark, Brandenburg<\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/de.elds.org\/mormonengeschichte-de\/files\/2011\/10\/Gerhard-Paul-Fritz-Unverricht.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-143\" title=\"Gerhard Paul Fritz Unverricht\" alt=\"mormon deutsch gerhard paul fritz unverricht\" src=\"http:\/\/de.elds.org\/mormonengeschichte-de\/files\/2011\/10\/Gerhard-Paul-Fritz-Unverricht.jpg\" width=\"200\" height=\"202\" \/><\/a>Mein Name ist Gerhard Paul Fritz Unverricht<\/strong><a title=\"\" href=\"#_ftn1\"><strong>*<\/strong><\/a>. Ich bin geboren in Wanne im Ruhrgebiet am 16. August 1923 als erstes Kind von Paul und Sophie Unverricht, die beide aus dem Teil Deutschland stammten, der nach 1918 polnisch geworden war. Nur kurze Zeit lebten wir im Ruhrgebiet. Ich kann mich zur\u00fcckerinnern bis in die Zeit in Wannefeld, als ich drei oder vier Jahre alt war. Meine Schwester Erna wurde in Wannefeld geboren. Mutter hatte wenig Zeit, auf Erna aufzupassen. So h\u00fctete ich sie. Ich fuhr sie in einem sehr hohen Kinderwagen. Es ging \u00fcber einen schr\u00e4gen Weg, und der Wagen st\u00fcrzte um. Mit allen Kissen lag Erna auf der Stra\u00dfe, aber ich habe mehr geschrien als meine Schwester. Schon mit f\u00fcnf Jahren wurde ich eingeschult, da der Dorfschullehrer ein anderes Kind nicht allein aufnehmen wollte.<\/p>\n<p>Der Wechsel in die Schule nach Schenkenberg war schwer f\u00fcr mich. Damals fand der Unterricht im Betsaal im ehemaligen Gutshaus statt. Nach zwei Jahren im Winter 1931\/32 wurde die Schule am Fliederberg bezogen. Wir Kinder halfen beim Umr\u00e4umen. Die B\u00e4nke wurden mit den Tischplatten nach unten mit viel Hallo \u00fcber den Schnee geschoben. Wir hatten in der Volksschule einen Lehrer, der hie\u00df Pietrowski. An sich war er gut, aber von den \u00e4lteren Sch\u00fclern wurde er nicht akzeptiert. Wir waren sehr frech. So haben wir ihm einmal die T\u00fcrklinke zu seiner Wohnung mit Mostrich eingeschmiert, h\u00e4ngten auch mal eine Katze daran oder legten tote Ratten davor. Heute bedauere ich es sehr.<!--more--><\/p>\n<p>Mit zw\u00f6lf Jahren bekam ich mein erstes Luftgewehr; bisher hatte ich das Gewehr meines Vaters benutzt, das war aber zu gef\u00e4hrlich. Schie\u00dfen war meine Leidenschaft. Mit etwa 14 Jahren ging ich auf die Felder, um Rebh\u00fchner zu schie\u00dfen. Mein Spitzname in dieser Zeit war \u201cWilddieb\u201d. Meine Schwester war ein kleiner Racker. Sie kletterte wie ein Junge auf die B\u00e4ume. Bei jeder Gelegenheit \u00e4rgerte sie mich. Ich versohlte ihr daf\u00fcr den Hintern. Erna schrie wie am Spie\u00df; aber die Mutter kannte ihre Tochter, von da kam keine Hilfe f\u00fcr sie.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Konfirmationsunterrichts 1935\/37 hatte ich es nicht schwer, da ich schnell lernte. Aber deshalb war ich gegen den Pastor oft ungezogen. Einmal schlug er mich deshalb mit der Bibel auf den Kopf und sprach: &#8222;Jetzt strafe ich dich mit den Worten des Heiligen Geistes!&#8220; Der Geist konnte sehr wehtun! Mit dreizehn Jahren 1937 verlie\u00df ich die Volksschule. Am 1. Juli 1937 begann die Lehre beim Autoschlosser Max Schrott in Brandenburg. Im darauf folgenden Januar musste ich die Lehre wegen einer Krankheit beenden.<\/p>\n<p>Der tiefste Einschnitt meines Lebens bis dahin war der 1. April 1938, der Beginn der Schlosserlehre im Reichsbahnausbesserungswerk Brandenburg-West in Kirchm\u00f6ser. Die Lehrzeit bis 1941 beeinflusste mein ganzes weiteres Leben. Gute F\u00fchrung brachte Erfolg in Fach und Schule; ich bekam mehrere Auszeichnungen, unter anderem eine Schieblehre mit Gravierung und B\u00fccher mit Widmung. Im 2. Lehrjahr sollte ich neben der Schule mit noch vier anderen Lehrlingen die Mittlere Reife nachholen und dann mit Stipendium der Reichsbahn zur Maschinenbauschule gehen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der drei Lehrjahre war ich in der Hitler-Jugend (HJ) F\u00e4hnlein- und Stamm-F\u00fchrer. So weit es sich um Sport und Wandern handelte, war ich sehr engagiert. F\u00fcr die Politik zeigte ich kein Interesse. Bei Wanderungen ern\u00e4hrten wir uns hin und wieder durch Einsteigen in Obstg\u00e4rten und nahmen Kartoffeln und R\u00fcben, wie wir sie fanden. Gekocht wurde auf offenen Feuerstellen. Wir f\u00fchlten uns manchmal wie die alten Germanen. In einem W\u00e4ldchen schlugen wir kleine B\u00e4ume ab und zogen sie in die Baumkronen. Richtige Wege in den Baumkronen legten wir an. Die Gefahren waren gro\u00df; es kommt mir heute wie ein Wunder vor, dass nichts passiert ist.<\/p>\n<p>Nach der Lehrzeit blieb ich noch bis zum 18. April 1942 im Betrieb. Ich wurde dann zu den 3. Pionieren in Brandenburg Havel eingezogen und hatte gro\u00dfes Gl\u00fcck, da ich mich als Freiwilliger zur Heeres-Unteroffiziersschule gemeldet hatte. Einen Tag vor der Vereidigung kam der Aufnahmebescheid f\u00fcr die Schule. Mein Vater, der selbst Soldat war, brachte den Schein in die Kaserne. Sofort wurde ich von den Pionieren entlassen und fing wieder in dem Betrieb an.<\/p>\n<p>Zum 1. Juni 1942 wurde ich zur Heeres- und Offiziersschule in Ettlingen bei Karlsruhe eingezogen. Dort wurde man zu Offizieren und Unteroffizieren ausgebildet. Nach sechs Monaten kam die Zwischenpr\u00fcfung, die \u00fcber die Weiterf\u00fchrung zur Waffenschule entschied. Ich bestand sie und konnte Offizier werden. Die Waffenschule bestand ich in der Abschlusspr\u00fcfung mit \u201cgut\u201d. Im M\u00e4rz 1943 wurde mein Zug nach Todtnauberg im Hochschwarzwald f\u00fcr 21 Tage zum Skilauf unter kriegsm\u00e4\u00dfigen Bedingungen abgestellt. Es war eine sehr sch\u00f6ne Zeit; der Ablauf war sehr leger.<\/p>\n<p>Nach der Pr\u00fcfung hatte ich bis zum 16. April 1943 Abstellurlaub. Darauf hatte ich mich beim Infanterie-Ersatzbatallion 67 in Spandau-West zu melden. Kaum war ich da, bem\u00fchte ich mich um Urlaubsscheine. Solche hatten Geltung f\u00fcr Gro\u00df-Berlin bis zum 19. April zum Dienstbeginn. Da ich aber bis Schenkenberg fuhr, musste ich zu sp\u00e4t zur\u00fcckkehren. Es fiel aber nicht auf, da die Kameraden, zu denen ich musste, am \u00e4u\u00dfersten Ende des Fl\u00fcgels standen. Der Spie\u00df kam dann gleich und teilte uns mit, dass wir sofort zur Kleiderkammer zu gehen h\u00e4tten und um 13.30 Uhr abmarschfertig sein mussten. Dann ging der Zug nach Russland!<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/de.elds.org\/mormonengeschichte-de\/files\/2011\/10\/Gerhard-Paul-Fritz-Unverricht2.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-150\" title=\"Gerhard Paul Fritz Unverricht2\" alt=\"mormon deutsch gerhard paul fritz unverricht\" src=\"http:\/\/de.elds.org\/mormonengeschichte-de\/files\/2011\/10\/Gerhard-Paul-Fritz-Unverricht2.jpg\" width=\"200\" height=\"270\" \/><\/a>Als Gefreiter und Offiziersanw\u00e4rter kam ich an die Front. Der Transport bestand aus 35 Unteroffizier und Offizier-Anw\u00e4rtern. Am 28. April traf ich bei der 23. Division in Russland ein. In Slusk, vor Leningrad, wurden wir auf einzelne Kompanien verteilt. Ich kam mit Alfred Fahringer (schon auf der Waffenschule waren wir zusammen) in die 6. Kompanie. Die Feuertaufe erhielt ich mit dem ersten Artilleriebeschuss am 29.April. Der 6. Mai brachte Angriffe des Feindes. Auch an ruhigen Tagen fanden \u00f6rtliche K\u00e4mpfe statt, meist im Anschluss an Sto\u00dftruppunternehmungen. Granatwerferbeschuss hatten wir bald jeden Tagen. Mein erster Nahkampftag war der 24. Mai; danach stellten meine Kameraden den ersten Streifen wei\u00dfer Haare bei mir fest.<\/p>\n<p>Am 30.Mai wurde ich abgel\u00f6st und kam in \u201cRuhestellung\u201d nach Chernowa bei Gatschina bis zum 27. Juni. Hier lernte ich russische Familien kennen und wurde von ihnen eingeladen. Es bildete sich so etwas wie ein Vertrauensverh\u00e4ltnis. Dort gab es nicht nur Kampf, sondern wir haben auch fr\u00f6hliche Stunden verlebt. In der 7. Gruppe musste ich meinen Einstand geben; dieser bestand aus Bezahlung von Marketenderwaren, auch Alkohol war dabei. Ich war ihn nicht gewohnt. Nach einem Viertel Liter war ich zum gro\u00dfen Spa\u00df der anderen drei Tage krank. Nach zwei Wochen trank auch ich einen Liter, ohne &#8222;krank&#8220; zu werden. Nach den ersten drei Wochen wurde ich stellvertretender Gruppenf\u00fchrer; am 27. Juni, das ist Ernas Geburtstag, machte man mich zum Gruppenf\u00fchrer der 7. Gruppe. An diesem Tag hatte ich mit einem Vorkommando an der Mga-Front eine Stellung zu \u00fcbernehmen. Wir l\u00f6sten die 28. J\u00e4gerdivision\/Breslau ab. Die 7. Kompanie lag also vom 1. bis 25. Juni bei Gatschina in Ruhe. Der Ort ist an einem See gelegen, ein herrliches St\u00fcck Erde. Mit dem Spie\u00df [Kompaniefeldwebel] f\u00fchrte ich einen halbprivaten Durchsetzungskampf. Der Spie\u00df hatte mich auf dem Kieker. Bei jedem Appell fiel ich auf, bis ich es leid war, angemeckert zu werden. Es wurde ein Appell in gr\u00fcnem Drillichzeug angesetzt; ich erschien im total verschmutzten Drillich. Wie \u00fcblich kam der Spie\u00df auch diesmal zu mir. Er fiel fast auf den R\u00fccken, als er mich sah; zum ersten Mal hatte er einen Grund, seine Stimme erschallen zu lassen. Er wurde unterbrochen von dem Kompanief\u00fchrer Oberleutnant Popp, der sich erkundigte, was dort vorginge. Er beauftragte mich, meine Sachen in Ordnung zu bringen. Von dem Tag an hatte ich Ruhe vor dem Spie\u00df. Der Oberleutnant bezeichnete mich immer als &#8222;mein Junge&#8220;.<\/p>\n<p>Am 29. Juni beschossen uns russische Jagdflieger, auch am n\u00e4chsten Tag p\u00fcnktlich um 12 Uhr. Nach dem Juni 1943, ich hatte es abgelehnt, Offizier zu werden, hatte ich viel \u00c4rger mit Vorgesetzten. Der Kompanief\u00fchrer Popp war sehr entt\u00e4uscht, hielt aber zu mir. Zu seiner gro\u00dfen Freude war es mir und meiner Gruppe in den K\u00e4mpfen mit russischen Soldaten gelungen, die Stellung zu halten und sogar Gefangene zu machen; denn dadurch hatte er die M\u00f6glichkeit, trotz meiner Ablehnung, mich zum Unteroffizier vorzuschlagen und durchzusetzen, sowie mir das EK II [Eisernes Kreuz 2. Klasse] zu verleihen.<\/p>\n<p>Mit der Kompanie lernte ich die Gegend am Ilmen-See, den Wolchow bis zum Ladoga-See und die Newa bis kurz vor Leningrad kennen. Oftmals wurde ich beh\u00fctet. So auch als wir von 172 mm Granaten beschossen wurden; es muss am 8. oder 9. Juli gewesen sein. Der Unterstand meiner Gruppe geh\u00f6rte zur Riegelstellung. Der Beschuss dauerte zweieinhalb Stunden. Eine Granate schlug neben dem Unterstand in die Erde, dr\u00fcckte die Wand ein und detonierte nicht! Am 12. Juli 1943 wurde ich das erste Mal von einem Granatsplitter am linken Ellbogen verletzt; ich blieb bei meiner Gruppe. Der Unterstand der MGK (Maschinengewehrkompanie), in der eine Gruppe von zwei MG42 lag, bekam einen Volltreffer. Drei Mann konnten heraus und standen, in Panik, offen im Feuer und br\u00fcllten um Hilfe. Wir h\u00f6rten es, und ich ging bzw. kroch aus meinem Unterstand, rief die drei auch zu. Die aber streckten die Arme aus und blieben stehen! Ich musste also hin, den ersten bei der Hand nehmen und mitziehen. Ich brachte die drei in den Fernsprechunterstand. Von dort bin ich wieder zu meinem Unterstand. Die zwei Meter tiefen Gr\u00e4ben waren eingeebnet \u2013 so musste es auf dem Mond aussehen!<\/p>\n<p>Ich musste am 20. Juli den Gruppenf\u00fchrer der f\u00fcnften Gruppe f\u00fcr f\u00fcnf Tage abl\u00f6sen. Wir lagen an einem Hohlweg nahe der Newa, getrennt vom Gegner nur durch den Hohlweg. Damit sich die M\u00e4nner entspannen konnten, wurden sie immer f\u00fcr f\u00fcnf Tage abgel\u00f6st. Gleich am n\u00e4chsten Tag begannen neue K\u00e4mpfe mit einem bis dahin nicht gekannten Trommelfeuer, das um 3.30 Uhr einsetzte. Um 7 Uhr griff der Gegner an. Alles junge und uns an K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe \u00fcberlegene Soldaten. Die K\u00e4mpfe setzten sich am 22. Juli fort. Immer wieder Artilleriefeuer. Gegen 13.30 Uhr bekam ich einen Kopfdurchschuss durch ein Maschinengewehrgeschoss, als wir einen Gegensto\u00df unternahmen. Danach war ich neun Tage bewusstlos. In Riga\/Lettland kam ich wieder zu mir. Nach mehreren Lazaretten landete ich im Ersatzbataillon.<\/p>\n<p>Im Ersatztruppenteil Spandau-West hat mir bald der Ton nicht behagt, deshalb meldete ich mich zur Truppe. Ich kam nach Radom in Polen. Dort wurde eine Einheit aufgestellt, die mit Flugzeugen zu den Brennpunkten gebracht wurde. Das war im Februar 1944. Unter anderem kamen wir zu Eins\u00e4tzen nach Pleskau, Luga und zuletzt am 3. April von Radom nach Sewastopol auf der Halbinsel Krim. Dort war nur noch die Stadt und die Festung Sewastopol von den Deutschen besetzt. Alles andere hatten die Russen bereits zur\u00fcckerobert. Ich erlebte dort die schlimmsten Tage meines Lebens. Der Gegner hatte zwar hohe Verluste, aber wir auch. Zumal wir keinen Nachschub bekamen. Artillerie bei uns war Null. Zweimal wurde ich verwundet; am 28. April bekam ich einen Handgranatsplitter in das linke Schienbein, an den rechten Oberschenkel und ins rechte Handgelenk. Ich blieb bei meinem Zug. In der Nacht von 6. auf den 7. Mai wurde mein rechter Oberarm bei einem Angriff durchschossen; darauf war mein rechter Arm teilgel\u00e4hmt. Ich kam mit dem \u2013 wie es hie\u00df \u2013 letzten offiziellen Schiff, einer Kampff\u00e4hre, nach Konstanza in Rum\u00e4nien.<\/p>\n<p>Bevor wir zum letzten Einsatz nach Sewastopol los flogen, war es uns nicht erlaubt, nach Hause zu schreiben, wohin wir unseren Marschbefehl hatten. Es war bekannt, wie hart auf der Krim die K\u00e4mpfe waren. Ich bat einen Obergefreiten der Luftwaffe, einen von mir geschriebenen Brief mit seinem Absender an meine Mutter zu schicken. In dem Brief hatte ich hinter den Buchstaben, die das Wort Sewastopol ergaben, einen kleinen Punkt gemacht. Der Brief kam zu Hause an, meine Mutter aber hatte die Punkte nicht entdeckt, aber Erna. Dieses Wissen, wohin ich kam, war f\u00fcr meine Mutter schrecklich, aber auch tr\u00f6stlich, da sie nicht in Unkenntnis war.<\/p>\n<p>Die Fahrt im Lazarettzug von Konstanza nach Schwabach bei N\u00fcrnberg dauerte 16 Tage. Bei meinem letzten Aufenthalt in Schenkenberg hatte ich mir eine Freundin zugelegt, Inge Priebs. Als ich in Schwabach war, besuchten mich meine Mutter und Inge. Wir hatten auf der Stube einen Diphterie-Fall; ich konnte also nicht hinaus, und wir konnten uns nur vom Fenster aus sehen. Sie bleiben drei Tage.<\/p>\n<p>Jedes Wochenende war ich zu Hause, aber das war mir noch zu wenig. Als Verwundeter meldete ich mich zum Arbeitseinsatz in kriegswichtigen Betrieben und wurde in dem Stahl- und Walzwerk Brandenburg in der Terminabteilung eingestellt. Jetzt fuhr ich wie jeder andere Werkt\u00e4tige \u2013 au\u00dfer an Behandlungstagen \u2013 jeden Tag nach Hause und zur Arbeitsstelle. Dabei verdiente ich gut.<\/p>\n<p>Weihnachten 1944 verlobte ich mich gegen den Willen derer Eltern mit Inge Priebs. Am 19. Januar 1945 musste ich zum Ersatzbatallion nach Dresden. Dort erlebte ich viele unangenehme Dinge bei mehreren dienstlichen Eins\u00e4tzen. Ein Beispiel: Absperren des Hauptbahnhofs beim Eintreffen der Z\u00fcge aus dem Osten \u2013 von der sich aufl\u00f6senden Front \u2013 und Weiterf\u00fchren der Soldaten und Zivilisten in Auffanglager; viele Soldaten hatten keine Marschpapiere und wurden dementsprechend behandelt.<\/p>\n<p>Ich lie\u00df mich also auf Vorschlag des Spie\u00dfes, mit dem ich von Sewastopol bekannt war, nach D\u00e4nemark versetzen. Dort wurde eine neue Truppe aufgestellt. Wie es sich zeigte, war meine Versetzung keinen Tag zu fr\u00fch geschehen. Dresden mit all den Fl\u00fcchtlingen wurde Stunden nach meiner Abfahrt in Schutt und Asche gelegt. 30000 Menschen kamen um. Das Eintreffen in D\u00e4nemark am 11. Februar 1945 war ein nie zu vergessendes Erlebnis. Die Gesch\u00e4fte waren voller Auslagen, wobei uns die Fleischerl\u00e4den am meisten interessierten. Wir waren zu dritt, als wir einen solchen Laden betraten. Ich lie\u00df mir einen Ring Leberwurst geben. Nach der Bestellung warteten wir, dass man nach den Fleischmarken fragen w\u00fcrde, so wie in Deutschland. Diese Frage kam nicht, sondern \u201eW\u00fcnschen Sie noch mehr?&#8220; Meine Kameraden lie\u00dfen sich auch einen Ring geben. Und da die Frage nach den Marken immer noch nicht kam, bezahlten wir und verlie\u00dfen das Gesch\u00e4ft. Wir kauften uns noch Br\u00f6tchen, gingen in eine Wirtschaft und verzehrten unser Gekauftes mit drei, vier &#8222;\u00d8l&#8220; (Bier). D\u00e4nemark war f\u00fcr uns ein Friedensland.<\/p>\n<p>Die sch\u00f6nen Zeiten kamen Ende April mit dem Einsatzbefehl nach Deutschland zum Ende. Es wurde gefragt, wer sich freiwillig zu einem besonderen Einsatz meldete. Nach allem, was ich durchgemacht hatte, war ich nun vern\u00fcnftig genug, mich endlich nicht mehr zu melden. Das Kriegsende erlebte ich an der deutsch-d\u00e4nischen Grenze. Die D\u00e4nemark-Armee kam nicht in Gefangenschaft, sondern wurde interniert, unser Regiment zum Beispiel auf der Halbinsel Eiderstedt [Ejdersted]. Am 11. Juli 1945 entlie\u00df man mich. Ich ging zu meiner Tante Martha Telm nach Sch\u00f6nhagen bei Eckernf\u00f6rde; sie hatte dort einen Bauernhof. Mitte Oktober hatte ich genug davon, nichts von Zuhause zu h\u00f6ren. Paul Porbatnik aus Ostpreu\u00dfen, der auch bei meiner Tante war, schloss sich mir an; er wollte seine Familie in Ostpreu\u00dfen suchen! Wir machten uns also auf. Dies war nicht ganz einfach, da es offizielle \u00dcbergangsstellen in die SBZ nicht gab. Ich musste also wie im Krieg durch die Linien schleichen. Das gelang mir auch sehr gut, und ich kam Ende Oktober nachts in Schenkenberg an. Paul schickte ich in Schenkenberg zu meiner Mutter vor, um zu sagen, dass ich bald kommen werde, und ging erst zu meiner Inge.<\/p>\n<p>Politisch hatte sich viel ver\u00e4ndert; so fiel es mir schwer, mich einzuleben. Gleich nach Weihnachten erfuhren wir, dass sich mein Vater in amerikanischer Gefangenschaft in Mannheim befand. Er hatte mit Hilfe eines Schwarzen einen Brief aus dem Lager schmuggeln k\u00f6nnen. Meine Mutter fuhr Mitte Januar hin und besuchte ihn. Etwa am 12. Februar 1946 kam sie zur\u00fcck und erz\u00e4hlte uns von ihren Erlebnissen. Da Deutschland in Besatzungszonen aufgeteilt war, musste sie sich zuerst von der sowjetischen in die britische und von dort in die amerikanische Zone durchschleichen. Die Besatzer damals waren nicht sehr menschlich; Einsperren und Nahrungsentzug, wenn man erwischt wurde, waren g\u00e4ngige Strafen. Meine Mutter brachte sehr viel Verpflegung von meinem Vater mit, der in Mannheim im Tennisbunker von den Amerikanern als Spie\u00df f\u00fcr die Gefangeneneinheit eingesetzt worden war. Vater nutzte seine Stellung aus, um m\u00f6glichst oft au\u00dferhalb des Stacheldrahtes sein zu k\u00f6nnen. Die Unterkunft in Mannheim f\u00fcr meine Mutter war m\u00f6glich geworden, weil Vater durch den Zaun hindurch mit Kindern, denen er Schokolade gab, Beziehung zu deren Mutter bekam. Diese stellte dann einen Wohnraum f\u00fcr meine Mutter ab.<\/p>\n<p>Am 14. Februar erkrankte meine Schwester, und schon am 16. war sie tot. Es soll Rachendiphterie gewesen sein; die Krankheit und der Tod meiner Schwester waren ein Drama. Durch die politischen Umst\u00e4nde hatten nur kommunistische Funktion\u00e4re Fahrzeuge und auch Benzin. Diese aber waren nicht bereit, meine Schwester in ein Krankenhaus zu fahren. Es fand sich Franz Genski mit einem Pferdefuhrwerk, Erna nach Brandenburg zu bringen. Danach habe ich Erna nicht mehr gesehen, da der Sarg nicht mehr ge\u00f6ffnet werden durfte. Meine Verlobte hat sich bei der Pflege und dann bei der Beerdigung viel M\u00fche gegeben und muss sich dabei angesteckt haben, denn sie erkrankte ebenfalls. Und obwohl sie die Krankheit \u00fcberstanden zu haben schien, starb sie am 31. M\u00e4rz 1946 an Herzschw\u00e4che.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend meiner Internierung im Mai 1945 bei T\u00f6nning hatte ich nachts einen sehr schweren Traum. Ich erlebte mit, wie meine Mutter, meine Schwester und meine Verlobte versuchten 1945 vor den Russen zu fl\u00fcchten. Ich sah genau den Weg, den sie einschlugen, sah die gesprengte Br\u00fccke, \u00fcber die sie sich hangelten &#8212; \u00fcber den Emster-Kanal \u2013 den Weg von Rietz nach G\u00f6ttin zum Teil durch den Wald, die Russen, die schon rechts und links waren, wie sie unter deutschen Beschuss gerieten von den Verteidigern Brandenburgs. Und ich erlebte die Krankheit meiner Schwester und ihren Tod. Ich sah mich hinter ihrem Sarg hergehen und wie dieser in die Erde gesenkt wurde. Den Tod meiner Verlobten tr\u00e4umte ich ebenfalls. Nur sah ich diese noch im Sarg liegen, bevor er geschlossen und in die Erde gegeben wurde. Als ich nach Hause gekommen war und meine Mutter von ihrem Fluchtversuch berichten wollte, bat ich sie, doch mich erz\u00e4hlen zu lassen. Meine Mutter sah mich danach mit gro\u00dfen Augen an und fragte, wer mir denn das schon mitgeteilt h\u00e4tte. Ich konnte nur sagen, dass es ein Traum gewesen war. Ich habe lieber nichts von dem Tod von Schwester und Verlobter erz\u00e4hlt. Als meine Schwester dann krank wurde, war mir klar, dass mein Traum wahr w\u00fcrde. Seitdem str\u00e4ube ich mich gegen jeden Traum.<\/p>\n<p>Im Mai 1946 erkrankte die Mutter meiner Verlobten; ich machte bei ihr einen Krankenbesuch. Diese Frau warf mir nun mein Verhalten nach dem Tod ihrer Tochter vor. Die Vorw\u00fcrfe entbehrten jeder Grundlage. Sie gab aber nicht nach, und so verlie\u00df ich sie sehr b\u00f6se. Da es ein Samstag war und in Schenkenberg gerade Tanz, so ging ich dahin, ohne daf\u00fcr angezogen zu sein. Ich tanzte meinen ganzen \u00c4rger fort. Dabei sah ich zum ersten Mal bewusst meine sp\u00e4tere Frau. Dieses M\u00e4dchen kannte ich zwar schon sehr fr\u00fch, sie etwa 12, ich 17 Jahre alt, und schon damals stach mir das M\u00e4del in den Augen. Aber wie hatte sie sich zu ihrem Vorteil ver\u00e4ndert. Als ich das erste Mal mit ihr spazieren gehen wollte, warf mir ihre Schwester Blicke zu, die mich h\u00e4tten t\u00f6ten k\u00f6nnen. Christel aber setzte sich durch; und Christel, Traudel, Edith Rachuj und ich machten uns zum ersten Spaziergang auf. Dabei fiel mir auf, dass an der Kreuzung Bruchstra\u00dfe\/Kirschenallee drei \u00e4ltere Jungen standen, etwa 18 Jahre alt; ich gab dem keine Bedeutung. Nach wenigen Wochen sagte mir Horst Wanzek im Auftrag von Walter Grauert, ich solle die Finger von der Christel lassen. Da ich aber immer meinem eigenen Willen folgte, kam das nicht in Frage. Und bei einer morgendlichen Begegnung mit Walter Grauert stellte ich ihn zur Rede und bat ihn, seine Drohung wahr zu machen. Dieser aber wollte es nun gar nicht mehr in dieser Form gesagt und gemeint haben.<\/p>\n<p>Mit meinem zuk\u00fcnftigen Schwiegervater hatte ich bald ein sehr gutes Verh\u00e4ltnis. Wir besprachen viele Dinge, die er mit &#8222;seinen Frauen&#8220; nicht oder nur schlecht besprechen konnte. Im Herbst half ich ihm beim M\u00e4hen seiner Wiese, und wir gingen gemeinsam zum Stubbenbuddeln in den Lehniner Forst; dort halfen wir uns gegenseitig beim Heraus wuchten der mehrere Zentner schweren Baumst\u00fcmpfe. Dass bei dieser Arbeit auch pers\u00f6nliche Dinge besprochen wurden, konnte nicht ausbleiben. Und so kam es, dass mein Schwiegervater mir Dinge erz\u00e4hlte, von der meine Schwiegermutter heute noch nichts wei\u00df. Es best\u00e4rkte mich aber auch in dem Wissen, dass ich in seiner Tochter Christel eine gute Frau haben w\u00fcrde. Am Geburtstag meines Schwiegervaters, dem 28. November 1946, meinte ich, dass die Gelegenheit g\u00fcnstig w\u00e4re, nach alter Form und Sitte meinen Schwiegervater um die Hand seiner Tochter zu bitten. Christel und auch meine Eltern wussten und ahnten nicht, dass es an diesem Tag zu einer Verlobung kommen w\u00fcrde. Mein Schwiegervater musste es wohl vermutet haben, denn er hatte eine Flasche Lik\u00f6r f\u00fcr alle F\u00e4lle bereit stehen. Bei meinem Antrag wurde meine Christel ziemlich blass um die Nase.<\/p>\n<p>Wenige Tage nachdem ich 1945 nach Hause gekommen war, erschienen FDJ-Leute (Freie Deutsche Jugend) bei mir und forderten mich zur Mitarbeit in ihrem Verband auf. Sie lie\u00dfen durchblicken, dass ich nicht Nein sagen d\u00fcrfte, weil ich sonst als ehemaliger Hitler-Jugend-F\u00fchrer Schwierigkeiten bekommen w\u00fcrde. Was blieb mir also anderes \u00fcbrig? Bald darauf kamen auch die Vertreter der SPD und wollten mich zum Eintritt bewegen. In den Gespr\u00e4chen mit diesen Funktion\u00e4ren wollte ich wissen, ob durch meinen Eintritt in die SPD die Enteignung meines elterlichen Grundst\u00fccks verhindert werden k\u00f6nnte. Das sollte n\u00e4mlich geschehen, weil mein Vater NSDAP-Mitglied und ich Hitler Jugend-F\u00fchrer gewesen war. Man versprach mir, daf\u00fcr zu sorgen, dass, wenn ich Mitglied w\u00fcrde, eine Enteignung nicht vorgenommen werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Obwohl ich ein Gegner von Mitgliedschaften in politischen Parteien war, entschloss ich mich f\u00fcr die SPD. Es hatte den gew\u00fcnschten Erfolg. Nach etwa einem Jahr wurde die SPD gegen den Willen der Schenkenberger SPD-Mitglieder mit der KPD von der russischen Milit\u00e4rregierung zur SED, das hei\u00dft, Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands vereinigt. Jetzt war ich genau das, was ich nicht sein wollte und konnte, n\u00e4mlich Kommunist. Das weckte in mir politischen Widerstand. Allerdings setzte man mich in der SED zum Zehner-Gruppenleiter ein, das war die kleinste Organisationseinheit zur besseren Kontrolle der Mitglieder. Da die Landbev\u00f6lkerung weitgehend politisch abseits stand, gr\u00fcndete man die Bauern-Partei. Diese Gelegenheit nahmen viele SED-Mitglieder wahr und wechselten zur Bauern Partei. Hier konnten wir zu dieser Zeit noch gegen die SED opponieren, soweit es sich um l\u00e4ndliche Arbeitsbereiche handelte. Ich musste dabei sehr gut gewesen sein, denn man schlug mich zum Besuch einer Parteischule vor zur Ausbildung zum Mitglied in der Landesregierung in Potsdam. Nach reichlicher \u00dcberlegung lehnte ich ab, denn ich w\u00e4re mit dem Besuch der Landesparteischule mundtot gemacht worden, das hei\u00dft, ich h\u00e4tte die Beschl\u00fcsse der Landesregierung auf jeden Fall unterst\u00fctzen m\u00fcssen. Diese Ablehnung f\u00fchrte zu meiner zunehmenden Diskriminierung im politischen wie im privaten Leben. Trotzdem aber versuchten wir \u2013 das waren Hermann Taube, Heinrich B\u00e4r und ich &#8212; unsere Gemeinde so weit wie m\u00f6glich im wirtschaftlichen Bereich selbst\u00e4ndig zu erhalten; in politischer Hinsicht war dies auf Grund der Milit\u00e4rgesetzgebung nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Dann kam der 17. Juni 1953. Wir glaubten ernsthaft, dass der Westen uns, die DDR-Bev\u00f6lkerung (wir nannten uns aber nicht DDR, sondern Zone oder SBZ = Sowjetische Besatzungszone), in unserem Kampf gegen die sowjetische Besatzungsmacht unterst\u00fctzen w\u00fcrde. Dies aber geschah nicht, und nach drei Tagen war alles vorbei und vergebens. Wir wurden nun mit unseren \u00c4u\u00dferungen vorsichtiger und nahmen Beziehungen nach West-Berlin auf. West-Berlin war mir von meinen Hamster-Fahrten sehr gut bekannt. Ich hatte dort so manchen Korb Erdbeeren und anderes Obst, auch Speckseiten hingebracht und dabei alle M\u00f6glichkeiten des Transports \u2013 Lkw, Pkw, und Bahn &#8212; wahrgenommen; w\u00e4hrend der sowjetischen Blockade 1948 benutzte ich Schleichwege und zwar in der Gegend von Dreilinden, um immer wieder nach West-Berlin zu kommen. Dadurch war es m\u00f6glich, Dinge zu kaufen, die f\u00fcr uns lebensnotwendig waren, z.B. N\u00e4gel, Handwerkszeug und Kindernahrung. Einmal landete ich auf dem Polizeipr\u00e4sidium in Potsdam, wo ich mich, an meine Milit\u00e4rzeit erinnert, aus dem geschlossenen Hof empfahl. Nach der Blockade kamen viele Berliner, um zu hamstern, auch welche aus Ost-Berlin, die wesentlich mehr litten, zu uns auf das Land. Unter anderem kam der Intendant der Komischen Oper Berlin (Ost) Felsenstein. Leider haben wir die Verbindung abrei\u00dfen lassen.<\/p>\n<p>Im Oktober 1953 besuchten meine Frau und ich die Tante meiner Frau in Kerkow bei Angerm\u00fcnde; wir blieben etwa 14 Tage. Und in einer dieser N\u00e4chte hatte ich wieder einen seltsamen Traum. Bei unserer R\u00fcckkehr werde uns mein Vater mit seinem Ponywagen vom G\u00f6tzer Bahnhof abholen. Nach einigen hundert Metern werde er zu mir sagen, dass Hermann Taube verhaftet sei. Es war so; es geschah wie getr\u00e4umt. Das hatte zur Folge, dass unsere politischen Aktionen mit West-Berlin (Komitee freiheitlicher Juristen, gef\u00fchrt von der SPD) eingeschr\u00e4nkt werden mussten. Nach Hermann war ich der zweite Mann, der Kontakt zu der Gruppe hatte.<\/p>\n<p>Am 3. Dezember 1953 bekam ich eine Vorladung von der Volkspolizei Brandenburg, um am 4. Dezember dort zu erscheinen. Der \u00dcberbringer hatte es so eingerichtet, dass ich fr\u00fch genug von der Vorladung erfuhr, damit ich in der Nacht noch etwas unternehmen konnte. Ich entschloss mich zur Flucht. Der Schritt war f\u00fcr mich nicht leicht; wir hatten drei Jungen, der j\u00fcngste, Hartmut, war gerade sechs Monate alt. Ich stand an den Betten der Jungen und weinte. Abends um 20 Uhr verlie\u00df ich mit vier anderen Schenkenberg, wobei sich zwei Gruppen bildeten: ich und Wilhelm Krefft; die zweite Gruppe: Heinrich und Woldemar B\u00e4r und Gerhard Schr\u00f6der. Ich fuhr mit meinem Begleiter mit dem Fahrrad bis nach Werder zu einem seiner Bekannten. Der Schwiegersohn dieses Bekannten erkl\u00e4rte sich bereit, da es mittlerweile Mitternacht war und kein Zug nach Potsdam ging, uns mit dem Auto dorthin zu bringen. Die R\u00e4der lie\u00dfen wir in Werder. In Potsdam erreichten wir die letzte S-Bahn. Der Bahnhof war voller russischer Soldaten, und wir hofften, dass unsere Flucht noch nicht bemerkt worden war. In der S-Bahn waren nur Wilhelm und ich. In Griebnitz-See kam die obligatorische Kontrolle der DDR-Grenzpolizei. Wilhelm Krefft war \u00fcberaus nerv\u00f6s, er fand nicht einmal seine Fahrkarte, viel weniger seinen Ausweis. Der Grenzpolizist muss f\u00fcr uns beide Augen zugedr\u00fcckt haben, dass er uns daraufhin weiterfahren lie\u00df.<\/p>\n<p>In Schenkenberg war mit allen ausgemacht worden, dass wir uns am 4. fr\u00fch um 8 Uhr bei den Freiheitliche Juristen treffen wollten. Dort war ich unter meinem Decknamen &#8222;Birkenfeld&#8220; bekannt. Somit war es m\u00f6glich, dass ich f\u00fcr meine vier Kameraden aussagen konnte und wir alle politisch anerkannt w\u00fcrden. Ich wohnte in Berlin privat bei Leuten, die in der Zeit davor immer zu uns nach Schenkenberg hamstern gekommen waren, Hermenau in Berlin-Sch\u00f6nefeld, Lutherstra\u00dfe 69. Unsere Anerkennung als politische Fl\u00fcchtlinge war nach sechs Wochen erledigt. Anschlie\u00dfend daran wurden wir Mitte Januar nach Hamburg-Fuhlsb\u00fcttel ausgeflogen und von dort mit der Bahn nach Aurich-Sandhorst, einem Fl\u00fcchtlingslager, verbracht. Von dort aus betrieb ich meine \u00dcbersiedlung nach Wanne-Eickel. Am 7. April traf ich dort ein und wohnte bei meiner Tante Liese und Onkel Max in der Claudiusstra\u00dfe<\/p>\n<p>Bis zum Eintreffen meiner Familie war es mir nicht m\u00f6glich, beruflich Fu\u00df zu fassen. Ich war kriegsbesch\u00e4digt (zu der Zeit 70%). Unter anderem habe ich als Nachtw\u00e4chter bei der Firma Schwing zw\u00f6lf Stunden Dienst getan, 60 Pfennige Brutto in der Stunde. Als meine Familie eintraf, zogen wir in das stadteigene Fl\u00fcchtlingslager in der Wilhelmstra\u00dfe 91.<\/p>\n<p>1954 im Oktober wollte ich vom Arbeitsamt Urlaub haben, da ich nach Berlin fliegen wollte, um meine Familie dort zu treffen. Der Leiter lehnte meinen Antrag mit der Begr\u00fcndung ab: Wo gibt es denn so was, dass ein Arbeitsloser fliegen wolle, obwohl er doch wusste, dass ich politischer Fl\u00fcchtling war. Den zweiten Antrag lie\u00df ich nicht \u00fcber den Dienstweg gehen, sondern gab ihn selbst ab. Nach einer kleinen Auseinandersetzung, bei der ich seinen Schreibtisch umst\u00fcrzen wollte, er mit der Polizei drohte und ich ihn bat, das doch bitte zu tun, denn dadurch w\u00fcrde sein Verhalten publik werden, \u00fcberlegte er einige Minuten und genehmigte dann den Flug von Hannover nach West-Berlin, so dass ich meine Frau mit unseren Kindern dort treffen konnte.<\/p>\n<p>Im Februar 1955 reiste meine Familie von Schenkenberg nach Wanne-Eickel aus. Zuerst war es als Verwandtenbesuch getarnt; dann aber konnte sich Christel offiziell abmelden. Die Folge war, dass sie und die Kinder nicht als Fl\u00fcchtlinge, also \u00dcbertreter des Gesetzes galten. Wie es dazu gekommen war, dass Christel die Erlaubnis zum Verwandtenbesuch erhielt war ein Wunder. Meine Mutter lag im Krankenhaus mit einer Volkspolizistin auf einem Zimmer. Im Laufe der Unterhaltungen kam das Problem der zerrissenen Familie zur Sprache. Die Polizistin verstand und unternahm kaum entlassen etwas \u2013 ein Wunder.<\/p>\n<p>Am 1. April 1955 wurde ich von der Firma Fr\u00f6hlich &amp; Kl\u00fcpfel\/ Abteilung Bergbau in Essen f\u00fcr die Betriebsstelle Zeche Hannibal in Bochum als B\u00fcrolehrling eingestellt; mein Verdienst war f\u00fcr alle drei Jahre 190 Mark Brutto und 57 Mark Wohngeld. Dieses Wohngeld wurde mir gro\u00dfz\u00fcgiger weise gew\u00e4hrt; als Lehrling stand es mir eigentlich nicht zu. Ein Bergmann verdiente damals ca. 600 bis 650 DM Brutto. Nach vier Jahren wurde ich als Kaufm\u00e4nnischer Angestellter in die Schacht- und Bergbauabteilung \u00fcbernommen mit einem Gehalt von 533 DM. Am 1. Juli 1960 erh\u00f6hte sich mein Gehalt auf 582,50 DM; im Januar 1962 kam ich in das Endgehalt der Gruppe B und 1964 in das der Gruppe A. &#8211; Ab 1. Januar 1960 waren wir wirtschaftlich so gestellt, dass wir zwar sparen mussten, aber keine finanziellen Sorgen mehr haben mussten.<\/p>\n<p>Mein Aufgabenbereich in der Firma stieg vom Anlernling 1955 bis zum Abteilungsleiter 1964. Meine Aufgaben umfassten die Bereiche Buchhaltung, Lohnbuchhaltung, Aufenthalts-genehmigung f\u00fcr Gastarbeiter, Wohnungen f\u00fcr Betriebsangeh\u00f6rige, Arbeitgebervertreter bei Betriebsratssitzungen, Arbeitgebervertreter vor Arbeitsgerichten. &#8211; 1967, Ende August, erkrankte ich an meiner Kriegsverletzung, dem Kopfschuss, so sehr, dass ich auf Dr\u00e4ngen meines Arztes Dr. R\u00fctter einen Rentenantrag stellen musste; seit dem 3. Juni 1969 bin ich Knappschaftsrentner und Versorgungsrentner mit 100 % Kriegsbesch\u00e4digung.<\/p>\n<p>Die am 1. Januar 1956 bezogene Wohnung in der Verbindungsstra\u00dfe hatte eine Fl\u00e4che von 55 qm, bestand aus Schlafzimmer, Kinderzimmer, Wohnzimmer mit Kochnische und Bad mit WC, sowie einer kleinen Diele. Diese Wohnung wurde mir als Sowjetzonenfl\u00fcchtling mit einem staatlichen Zuschuss f\u00fcr die Bauherrin Elfriede Krause in H\u00f6he von 3000 DM nach unserem Wunsch zugebilligt. F\u00fcr unsere Jungen war die erste Besichtigung der Wohnung ein Ereignis &#8211; im Vergleich zu dem einem Raum in der Baracke ein Palast!<\/p>\n<p>Nachdem meine Eltern die DDR verlassen hatten und das West-Berliner Fl\u00fcchtlingslager Mariendorf sie aufgenommen hatte, bem\u00fchte ich mich beim Fl\u00fcchtlingsamt in Wanne-Eickel um die Aufnahme meiner Eltern in der Stadt. Durch meine Firma Fr\u00f6lich &amp; Kl\u00fcpfel war ich mit einigen Herren der Stadtverwaltung bekannt geworden. Dies erleichterte den Zuzug meiner Eltern. Wir mussten uns allerdings verpflichten, f\u00fcr eine \u00dcbergangszeit meine Eltern in unserer Wohnung aufzunehmen. Der ausl\u00f6sende Faktor f\u00fcr das Verlassen der DDR stand im Zusammenhang mit einem Besuch meiner Frau und der Kinder in Schenkenberg 1957. Der Aufenthalt f\u00fcr die Kinder war fast unbegrenzt erlaubt, w\u00e4hrend meine Frau nur 10 Tage bleiben durfte. Die treibende Kraft ging daraufhin von meiner Mutter aus, die kein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr einen Staat hatte, der auf diese Weise Familien auseinanderrei\u00dfen wollte. Nun jedenfalls waren wir vereint, und es trat der Fall ein, dass Kinder etwas f\u00fcr ihre Eltern tun konnten. Nach ungef\u00e4hr f\u00fcnf Monaten bekamen meine Eltern eine eigene Wohnung.<\/p>\n<p>Als unsere Jungen gr\u00f6\u00dfer wurden, wechselten wir die Wohnung; 1967 zogen wir in eine 110 qm gro\u00dfe Wohnung in der Claudiusstra\u00dfe 33. Seit dem Januar 1961 sind wir Besitzer eines 6-Familien-Hauses mit sehr kleinen Wohnungen, und zwar mit Wohngr\u00f6\u00dfen von 44 bis 46 qm. Seit dem 1. Mai 1973 bewohnen wir in diesem Haus in M\u00fclheim an der Ruhr, Heerstra\u00dfe 84, die oberste Etage, in der wir zwei Wohnungen zusammengelegt hatten und somit \u00fcber eine Wohnungsgr\u00f6\u00dfe von 90 qm verf\u00fcgen. Bevor wir in das Haus einzogen, haben wir eine \u00d6lheizung f\u00fcr das ganze Haus einbauen lassen und haben zwei B\u00e4der und eine Dusche modernisiert, wie auch in den von uns bewohnten R\u00e4umen einige \u00c4nderungen vorgenommen, sodass sie optisch gr\u00f6\u00dfer erscheinen. Gleichzeitig wurde die ehemalige K\u00fcche verlegt und eine neue Gas- und Wasserleitung nach oben gef\u00fchrt. Sehr viele Arbeiten wurden von mir und meiner Frau verrichtet; ich habe nicht gewusst, zu welchen handwerklichen F\u00e4higkeiten ich zu gebrauchen bin.<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 1962 kauften wir unser erstes Auto; das war ein Opel Rekord P2 mit 1500 kcm, nagelneu! Meinen F\u00fchrerschein hatte ich erneut machen m\u00fcssen, da ich es wegen meiner Hirnverletzung nicht riskieren konnte, den Wehrmachtsf\u00fchrerschein vom Juli 1943 einfach \u00fcberschreiben zu lassen. Um diesen F\u00fchrerschein zu erhalten, musste ich ein \u00e4rztliches Gutachten erstellen lassen, f\u00fcr das ich von Neurologen und Technikern untersucht bzw. gepr\u00fcft wurde. &#8211; Seitdem fahre ich immer Autos von der Firma Opel &#8211; mal einen Rekord, dann einen Manta und zweimal einen Senator.<\/p>\n<p>Seit Januar 1978 ist unser Sohn Wilfried mit unserer Schwiegertochter Sigrid verheiratet. Da Wilfried sich noch im Studium befindet und Sigrid kein so hohes Einkommen bezieht, um sich eine eigene Wohnung zu halten, haben wir unser Schlafzimmer verlegt und so den jungen Leuten eine 2-Raum-Wohnung mit Bad verschafft; 35 qm ist sie gro\u00df.<\/p>\n<p>Bei dieser Gelegenheit m\u00f6chte ich erw\u00e4hnen, dass unser Sohn Bernd am 25. April 1969 im Standesamt Wanne-Eickel mit Charlotte Knoch die Ehe eingegangen ist. Am 13. August wurde ihnen die Tochter Tanja geboren. Im November 1969 fand die kirchliche Trauung der beiden und die Taufe unserer Enkeltochter in der evangelischen Lutherkirche in R\u00f6hlinghausen\/Wanne-Eickel statt. Am 21. Dezember 1977 kam unsere Enkelin Nadja hinzu. Bernd arbeitet als Betriebsschlosser. Am 26. September 1976 ging unser Sohn Hartmut die Ehe mit Gabriele\/Gaby M\u00fcller im Standesamt Essen ein. Beide bestanden nach dreij\u00e4hriger Ausbildung das Staatsexamen der Krankenpflege. Seit dem Juni 1977 ist Hartmut Stationspfleger.&#8220;<\/p>\n<p>Das Leben geht f\u00fcr meinen Vater seinen unruhigen Ruhestand weiter. Er ist viel mit dem Haus in der Heerstra\u00dfe besch\u00e4ftigt; die Wandt\u00e4felung oder die Holzdecke muss eingezogen werden, die Garagen renoviert, die \u00dcberdachung im Eingangsbereich neu gebaut werden. In der Gemeinde und auch im Genealogischen Archiv hat er in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage viel gedient und manches Opfer auf sich genommen, seit er sich mit meiner Mutter am 10.Dezember 1976 der Kirche angeschlossen hatte. Mit seinem T\u00e4ufer, Bruder Saltzgiver, hat es weiterhin Kontakt. Seine befriedigendsten Berufungen hatten meist etwa mit dem Berichts- und Finanzwesen zu tun \u2013 er liebte es mit Zahlen umzugehen, gab keine Ruhe, ehe nicht alles bis auf den Pfennig stimmte.<\/p>\n<p>Mitte der 90er Jahre machte ihm sein K\u00f6rper immer mehr Schwierigkeiten. Vorbildlich f\u00fcr alle verpasste er aber kaum eine M\u00f6glichkeit, die Kirche zu besuchen &#8211; Pflichtbewusstsein beherrscht ihn. Mit meiner Entlassung aus der Berufung im Archiv (ehrenamtlicher Leiter von 1988 bis 1995) in Dortmund h\u00f6rten auch er und meine Mutter dort auf. Doch diente er weiter in der Gemeinde, soweit er es vermag.<\/p>\n<p>Er ist nun 85 Jahre alt. In den letzen Jahren setzten sich seine Leiden fort. Krebs an verschiedenen Teilen des K\u00f6rpers plagte ihn und f\u00fchrten dazu, dass er auf einem Auge blind ist und nur noch ein Ohr hat. Herzinfarkte gef\u00e4hrdeten sein Leben. Seine Frau, 80 Jahre alt, steht treu an seiner Seite. Sein Glaube macht ihn auch jetzt noch stark. Er wartet gelassen und voller Freude auf den Tag, da er mit seiner Schwester und seinen Eltern vereint sein wird \u2013 m\u00f6chte aber noch hier bleiben, um seine Urenkelin heranwachsen zu sehen und seine Frau nicht traurig zu machen.<\/p>\n<div><\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref1\">*<\/a> Von ihm selbst erz\u00e4hlt Mai 1978 (etwas verk\u00fcrzt)<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schenkenberg, Landkreis Uckermark, Brandenburg Mein Name ist Gerhard Paul Fritz Unverricht*. Ich bin geboren in Wanne im Ruhrgebiet am 16. August 1923 als erstes Kind von Paul und Sophie Unverricht, die beide aus dem Teil Deutschland stammten, der nach 1918 polnisch geworden war. Nur kurze Zeit lebten wir im Ruhrgebiet. 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